Rastede - Eine herzliche Freundschaft besteht mittlerweile zwischen der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Für den Frieden“ der KGS Rastede und dem Nienburger „Forum des Gedenkens“. Bereits zum siebten Mal seit 2007 hatten die Organisatoren die Rasteder eingeladen, den „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ im Nienburger Rathaus mitzugestalten.

Im Mittelpunkt stand der Sport unter den Vorzeichen des Holocaust, berichtet AG-Leiter Dr. Michael Luttmer. Unter der Überschrift „Überleben mit bloßen Fäusten“ stellte der Autor und Comic-Zeichner Reinhard Kleist sein „Graphic Novel“ über die Geschichte von Hertzko Haft vor. Der 1925 geborene Pole wird von den Nationalsozialisten als Jude verfolgt, überlebt den Holocaust jedoch und beginnt nach dem Krieg ein neues Leben als Boxer in den USA.

Dass der Sport im Nationalsozialismus viele Gesichter hatte, zeigte die Ausstellung „Sie wollten uns nicht siegen lassen“. Neben Folter und Bestrafung für die Inhaftierten bedeutete er für die Schergen des Regimes auch Zerstreuung und Abwechslung.

Unter der Überschrift „Jugend gestaltet Erinnerung“ präsentierte Ruthild Raykowski das Stolperstein-Projekt der Adendorfer „Schule am Katzenberg“. Die Schüler der Realschule initiierten einen Gedenkstein für den Sinto Helmut Mirusch, der 1943 als Schüler der Schule von den Nationalsozialisten deportiert wurde und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau im Alter von acht Jahren starb.

Die AG „Für den Frieden“ hielt einen Vortrag über die Einweihung des neuen Denkmals für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma. Zu der Einweihung des neuen Denkmals am 24. Oktober war die Arbeitsgemeinschaft auf persönlichen Wunsch Romani Roses, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma und Paten der KGS als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, und Silvio Peritores vom Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Romas eingeladen worden.

Susan Saado und Carolin Zera skizzierten die Entwicklung der Erinnerungskultur in der BRD nach dem Ende des Nationalsozialismus. Einen besonderen Anteil an der Vernachlässigung der Sinti und Roma habe die Schule, die den Antiziganismus und den Völkermord an 500 000 Menschen der Minderheit bis heute kaum in ihrem Unterricht behandele. So dauerte es 20 Jahre, bis das neue Denkmal in Berlin im Oktober 2012 eingeweiht werden konnte.