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NWZonline.de Ratgeber

Mobilfunknetze: Anbieter rüsten Funkmasten mit LTE aus

19.06.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-06-19T11:15:16Z 280 158

Mobilfunknetze:
Anbieter rüsten Funkmasten mit LTE aus

Berlin Das Feld hat sich gelichtet: Beim Test von Mobilfunknetzen vor knapp zwei Jahren („test“ 11/15) konkurrierten in Deutschland vier Anbieter, jetzt sind es nur noch drei. Das E-Plus-Netz ist in dem von 02 aufgegangen. Das hat nun die meisten Nutzer.

Um aktuell das beste Netz zu ermitteln, fuhren die Tester mit ihrem Messsystem über Autobahnen, Landstraßen sowie durch Innenstädte und ermittelten dabei die Qualität der Internet- und Telefonverbindungen. Zusätzlich fuhren sie rund 2400 Kilometer mit der Bahn. Auf den Zugfahrten beschränkten sie ihre Messungen aufs Telefonieren, weil die Deutsche Bahn ihren Kunden zumindest in ICE-Zügen inzwischen Internetzugang kostenlos per WLan anbietet.

Unterschiedliche Nutzer

Die Prüfungen zeigen, dass sich das 02-Netz seit 2015 verbessert hat, aber immer noch um einiges hinter denen der Telekom und von Vodafone zurückbleibt („test“, 6/17). Das gilt besonders fürs Telefonieren und Surfen außerhalb von Städten und fürs Telefonieren bei Zugfahrten.

Alle drei Anbieter haben ihre Funkmasten weiter mit moderner LTE-Technik aufgerüstet (,‚Long Term Evolution“ – englisch für „langfristige Entwicklung“). Die sorgt nicht nur für schnelles Internet, sondern bringt inzwischen auch beim Telefonieren Vorteile. So bauen sich beispielsweise die Gesprächsverbindungen schneller auf.

Die Unterschiede zwischen den drei Netzen sind für Nutzer zum Beispiel dann relevant, wenn sie Apps oder E-Mail-Anhänge herunterladen. Bei der Telekom dauerte es während des Tests im Schnitt nur gut acht Sekunden, eine 20-Megabyte-Datei herunterzuladen. Bei Vodafone waren es 13 Sekunden, bei 02 sogar fast 22.

Auch bei Onlinevideos sind Unterschiede sichtbar – und zwar an der Qualität des Films: Youtube-Software entscheidet nach der Leistungsstärke der Verbindung, in welcher Auflösung sie ein Video verschickt. Im Telekom-Netz empfingen die Tester knapp 90 Prozent aller Videos in Full-HD, also der besten Auflösung. Bei Vodafone waren es noch fast 80 Prozent, bei 02 nur 56 Prozent.

Das Stadt-Land-Gefälle bei 02 spüren Nutzer zum Beispiel, wenn sie Webseiten laden wollen: Während in Städten auch im 02-Netz fast alle Surf-Versuche erfolgreich waren, scheiterten die Prüfer außerhalb von Städten bei mehr als zehn von hundert Versuchen. Bei der Telekom hingegen lief auch auf dem Land weniger als ein Prozent der Surf-Versuche ins Leere.

Wichtigster Grund für die Land-Funkschwäche von 02 ist, dass der Anbieter den Konkurrenten beim Ausbau mit der modernen Funktechnik LTE deutlich hinterherhinkt. Zwar haben alle drei Netze seit dem Test 2015 spürbar an LTE-Kapazität zugelegt, aber die Abstände zwischen ihnen sind fast gleich geblieben. Im 02-Netz liefen bei den aktuellen Messungen außerhalb von Städten nicht viel mehr als die Hälfte der Verbindungen über LTE; in Städten schaffte der Anbieter immerhin 90 Prozent.

LTE verbessert inzwischen nicht mehr nur Internet-, sondern auch Sprachverbindungen. Seit 2015 hat ein Technologiesprung stattgefunden. Vor zwei Jahren mussten Handys zum Telefonieren noch jedes Mal vom LTE- in ältere UMTS- oder GSM-Netze zurückschalten. Heute können viele neuere Geräte in allen drei Mobilfunknetzen Anrufe auch per LTE abwickeln.

Die neue Technik sorgt vor allem für kürzere Rufaufbauzeiten: 2015 dauerte es im Schnitt zehn bis elf Sekunden, bis eine Gesprächsverbindung stand. Im aktuellen Test waren es bei 02 immerhin noch sieben Sekunden, bei Telekom und Vodafone mit ihren starken LTE-Netzen dagegen nur noch fünf.

HD-Telefonie

Erfreulich besonders für Vieltelefonierer: In allen drei Netzen ist die Sprachqualität besser geworden. Hauptgrund: Die Betreiber setzen vermehrt neue Codierungsverfahren ein, bekannt als „HD Voice“ oder „HD-Telefonie“. Die Anfangsbuchstaben stehen für „High Definition“ also „Hohe Auflösung“. Es gibt einen Haken: HD-Telefonie funktioniert bislang verlässlich nur innerhalb eines Netzes. Nach eigenem Bekunden arbeiten die Anbieter daran, die Technik auch für Gespräche zwischen verschiedenen Netzen zu ermöglichen.

  Die Deutsche Telekom verteidigt nicht nur ihren ersten Platz unter den Mobilfunknetz-Betreibern, sie baut den Abstand zum Zweitplatzierten sogar minimal aus. Webseiten und Dateien laden schneller als bei der Konkurrenz, Youtube-Videos laufen häufiger in hoher Auflösung, Anrufe bauen sich schneller auf und bieten eine bessere Sprachqualität.  Vodafone hat sein Netz weiter ausgebaut. Sprach- und Datenverbindungen sind schneller und besser als beim test 2016. Im Wettlauf mit der Telekom liegt Vodafone aber weiter auf dem zweiten Platz. Interessant: Beim Telefonieren in Zügen ist der Rückstand gegenüber dem Testsieger geringer als bei den übrigen Prüfungen.
O2 hat nach der Übernahme von E-Plus das Handynetz mit den meisten Nutzern. Die Qualität dieses Netzes ist aber die schlechteste, sie reicht nur für die Note befriedigend. Konkurrenzfähig ist O2 allein in den Städten. Auf dem Land besteht Nachholbedarf, und auch beim Telefonieren in Zügen schneidet das Netz am schlechtesten ab.

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