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Glaube Auf der Suche nach Gott ist Tatkraft gefragt


In ihrer Kapelle widmet sich Maria Anna Leenen dem täglichen Gebet. 
Alexandra Lüders

In ihrer Kapelle widmet sich Maria Anna Leenen dem täglichen Gebet.

Alexandra Lüders

Ankum - Maria Anna Leenen lebt seit 18 Jahren als Ein­siedlerin im Osnabrücker Land, wo sie ihren Lebensunterhalt als Autorin von ­Büchern zum christlichen Glauben bestreitet. Die 66­Jährige hält aber auch regelmäßig ­Lesungen und Vorträge in der Region, um ihre Werke den ­Lesern persönlich zu präsentieren.

In der kommenden Zeit will sie ihr neuestes Buch ­„Fülle – Weisheiten einer Eremitin“ aus dem Bonifatius Verlag ­vorstellen. Darin beschreibt Leenen die schöpferische Kraft der Natur, welche sich in ­Tieren und Pflanzen unseres Kosmos’ widerspiegelt.

Auf der Fahrt zur Diözesaneremitin Maria Anna Leenen begegnet mir nur ein ein­zelner Wanderer, der sich durch die hügelige Landschaft des Osnabrücker Nordlandes kämpft. Hier lebt die Ein­siedlerin in einem alten Heuerhaus in einsamer, idyllischer Lage. Die blaue Dielentür der Klause St. Anna wirkt einladend. Ein kleines Ziegen­gehege umgibt das malerische Häuschen auf der Anhöhe. Ein dunkler Glockenton kündet meinen Besuch an.

Vor der Corona-Pandemie kamen immer mehr Menschen zu diesem Ort, wo sie im Gespräch mit der Einsiedlerin auf der Suche nach Gott waren. Und wo sie bis heute (am Telefon) Antworten bekommen, quasi von Mensch zu Mensch.

Ihren Lebensunterhalt hat Maria Anna ­Leenen sich bisher durch das Schreiben von über 30 Büchern und Vortragsarbeit verdient. Trotz ­Armutsgelübde muss sie also immer schauen, dass die ­Klause für ihre Schützlinge ­erhalten bleibt. Auch ihre neun Ziegen und die spanische ­Herdenschutzhündin ­Cora wollen satt werden. „Ich habe seit 2011 Ziegen. Es sind aus­geprägte Persönlichkeiten, die ich echt toll finde. Früher lebte ich in Südamerika und züchtete Büffel und Ziegen. Auch heute bin ich jemand, der anpackt. Die Stalleinrichtung habe ich selbst gebaut“, verweist Leenen nicht ohne Stolz auf ihren perfekten Umgang mit der Bohrmaschine.

Tiere als Ausgleich

Die Tiere sind für sie der emotionale und körperliche Ausgleich zu ihrer Arbeit am Computer. In ihrem Umfeld hat sie zahlreiche Nist- und Überwinterungshilfen für ­Vögel, Fledermäuse, Igel und Insekten eingerichtet.

Ihre Klause ist ein Ort der Stille, wo Kontemplation und spirituelle Meditation abso­lute Priorität im Tagesablauf der Eremitin haben. In der häuslichen Kapelle lädt sie zum täglichen Gebet und zum Lesen von Psalmen und des römischen Breviers ein. „Dieser Ort ist zur Anlaufstelle für Glaubens- und Orientierungsfragen geworden. In meinen Fürbitten bete ich für alle Menschen und ihre einzelnen Anliegen, die ich angehört oder per Mail erfahren habe. Es geht dabei aber nicht um den Erfolg des Gebetes, sondern darum Gott zu vertrauen und zu glauben, dass es ­wirklich geschehen wird“, ­erklärt Leenen.

Doch was ist, wenn Menschen oder Angehöri­ge trotz der Gebete sterben oder großes Leid ertragen müssen? „Wir Menschen sind fixiert auf irdisches Leben. Für Gott ist es anders. Für ihn zählt auch das Leben nach dem Tod im Sinne der österlichen Auferstehungsbotschaft. Wenn ich glaube, dass es nach dem Leben weitergeht, haben Tod und Leid eine andere Gewichtung“, weiß Maria Anna Leenen.

Sie habe die sehr intensive Erfahrung machen dürfen, dass Gott immer anwesend ist. Er sei spürbar, weshalb sie sich nicht einsam fühle. Die Präsenz Gottes sei für sie nicht von der Er­fahrung des Menschseins zu trennen, gesteht sie. In ihrem neuen Buch „Fülle“ erfreut sie sich an dem berauschenden Reichtum und Schönheit der Natur, die sie als Offenbarung des Schöpfers empfindet. Sie nimmt ihre Leser mit quer durch alle Jahreszeiten, bezaubert gleicher­maßen durch Expertenwissen und Poesie.

Ein reicher Quell

Das 240 Seiten umfassende Werk bildet eine gelungene Verknüpfung zwischen Biologie und Spiritualität. „Es war sehr viel Recherchearbeit, bin aber sehr glücklich über die fantastischen Illustrationen durch den Bonifatius Verlag und wünsche mir, dass die Menschen beim Lesen Gottes Licht, Kraft und Weisheit ­spüren – sich auf die Schöpfungsmeditation einlassen“, hofft Maria Anna Leenen. Im ­Sommer will sie dann ein zweibändiges Buchprojekt über eremitisches Leben vom 4. Jahrhundert bis heute in ­Angriff nehmen.

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