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NWZonline.de Ratgeber

Bei ihr greifen Tiere in die Saiten

31.10.2015

Oldenburg Im Straßencafé auf einem Boulevard irgendwo in Paris herrscht Hochbetrieb: Zwischen den elegant gekleideten Frauen und Männern an den Tischen rückt ein Herr im hellen Sommeranzug ins Blickfeld: George Gershwin. Für das Musikbilderbuch „Ein Amerikaner in Paris“ über das Leben und Werk des amerikanischen Komponisten hat die erfolgreiche Illustratorin Doris Eisenburger auch den Text geschrieben. Das Buch ist ein musikalischer Spaziergang durch das Paris der 1920er Jahre.

Mehrere Auszeichnungen

Doris Eisenburgers großes Thema ist die Musik. Die Liste der von ihr illustrierten Musikbilderbücher ist lang, angefangen bei „Der Zauberlehrling“ (Musik von Paul Dukas zur Ballade von Johann Wolfgang von Goethe) über „Die Stadtmusikanten“ bis zur „Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Sie gilt als eine der wichtigsten Illustratoren Deutschlands und hat mehrere Auszeichnungen erhalten, zuletzt zusammen mit Marko Simsa die Goldene Schallplatte für das Buch „Die Zauberflöte“, das mehr als 100 000 Mal verkauft wurde. In einer Ausstellung zur Kinderbuchmesse (Kibum) vom 7. bis 17. November in Oldenburg sind 58 Originalzeichnungen von ihr zu sehen.

Bevor sich die 49-Jährige ans Zeichnen macht, recherchiert sie gründlich, geradezu akribisch. „Ich lese viel über die Person und das Zeitalter, über die Mode und Schauplätze. Dazu höre ich viel Musik, bis ich richtig drin bin“, erzählt sie. Für den „Amerikaner in Paris“ reiste sie auch in die französische Hauptstadt und begab sich auf Gershwins Spuren.

Bei der Recherche entstehen die ersten Bilder im Kopf, die in einer Vorzeichnung Gestalt annehmen. Erst dann beginnt sie mit Aquarellfarbe und Pinsel zu malen. Zurzeit arbeitet Doris Eisenburger an einem Musikbilderbuch über die Mondscheinsonate von Ludwig van Beethoven. Sie schreibt dazu auch wieder die Geschichte. „Es ist eine Fantasiegeschichte, die auf einer Wiese spielt“, verrät sie.

Auf vielen Bildern von Doris Eisenburger sind sangesfreudige Esel mit von der Partie, greifen Mäuse und Katzen in die Tasten und Saiten. „Ich habe Tiere im Allgemeinen gern, sie sind auch einfacher zu zeichnen als Menschen“, sagt sie. Beim Zeichnen versuche sie, in jedem Tier das Charakteristische zu entdecken, manchmal interpretiere sie auch etwas hinein. Dadurch würden die Tiere vielleicht etwas vermenschlicht, aber in Bilderbüchern sei das auch gut.

Doris Eisenburger ist eine genaue Beobachterin, ihre Bilder sind detailreich, es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken.

Rote Ohren

Sie überraschen durch ungewöhnliche Perspektiven und ein virtuoses Spiel von Licht und Schatten. Das gibt den fantasie- und humorvollen Aquarellen Bewegung und Tiefe. „Bilderbücher müssen rote Ohren machen“.

Zu ihren künstlerischen Vorbildern zählt sie Horst Janssen. Bei ihrem Besuch zur Kibum hat sie sich fest vorgenommen, das Horst-Janssen-Musum aufzusuchen. „Er ist ein verdammt guter Zeichner“, sagt sie. Sie schätze in seinen Bildern das Altmeisterliche einerseits und das Skurrile andererseits. „Und dann der fantastische Strich“, gerät sie ins Schwärmen, „seine Bilder könnte ich ewig angucken.“

Das geht nicht wenigen Kindern – und Erwachsenen – bei Eisenburgers Bildern auch so.

Doris Eisenburgerwurde 1966 in Mediasch in Siebenbürgen in Rumänien geboren. Seit 1974 lebt sie mit ihrem Mann und zwei Töchtern in München. Seit 1990 arbeitet die Grafik-Designerin als freiberufliche Illustratorin. Einen Namen hat sie sich mit Illustrationen zur „Bibliothek der Kinderklassiker“ des Annette-Betz-Verlages gemacht, in dem auch die Musikbilderbücher erschienen sind.

In der Ausstellungmit dem Titel „Bildschön und musikalisch“ werden anlässlich der Kinderbuchmesse (Kibum) in der Oldenburger BBK-Galerie (Peterstraße 1) 58 Originalzeichnungen von Doris Eisenburger zu 18 Musikbilderbüchern gezeigt. Daneben sind Bilder von Kindern der Klasse 4b der Grundschule Dietrichsfeld zu sehen, die in einem Aquarellkurs mit Doris Eisenburger entstanden sind. Die Ausstellung wird am 8. November um 15 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin eröffnet und ist bis zum 29. November zu sehen. Geöffnet: täglich 10–18 Uhr.


     www.kibum-oldenburg.de 
Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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