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Altersvorsorge: Basisversorgung aufbauen und Steuervorteile nutzen

19.02.2018

Berlin Selbstständige haben die gesetzliche Rentenversicherung für ihre Altersvorsorge selten auf dem Schirm. Dabei können Einzahlungen für sie sehr sinnvoll sein – als Ersatz oder Ergänzung für andere sichere Vorsorgeverträge. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ (3/18) rechnen die Rentenexperten der Stiftung Warentest vor, welche Rentenanwartschaften Selbstständige erreichen können und welche Steuervorteile sie für ihre Beiträge bekommen.

Rund drei Millionen Selbstständige sind in Deutschland in keinem Rentensystem pflichtversichert. Besonders die rund 2,3 Millionen Solo-Selbstständigen ohne Angestellte sitzen bei der Vorsorge fürs Alter zwischen den Stühlen. Weder haben sie wie Ärzte und Rechtsanwälte als klassische Freiberufler ein Versorgungswerk im Rücken. Noch gibt es einen Arbeitgeber, der die Hälfte der Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung übernimmt.

Und doch: Auch wenn sie die Beiträge alleine finanzieren müssen und die gesetzliche Rentenkasse eher als Versicherung für Arbeitnehmer gilt, können sich Selbstständige hier eine Basisversorgung für ihr Alter aufbauen. Die schlechteste Option ist das nicht, urteilt „Finanztest“.

Für einen Jahresbeitrag von rund 10 000 Euro erwerben Selbstständige derzeit Rentenansprüche im Wert von 44,05 Euro im Monat. Lässt sich ein 65-Jähriger die gleiche Summe von einem privaten oder Rürup-Rentenversicherer in eine garantierte Rente umwandeln, bekommt er selbst bei einem guten Angebot heute kaum mehr als 34 Euro.

Natürlich können solche Betrachtungen nur Anhaltspunkte sein. Wer weiß, wie es bei den Zinsen und auf dem Arbeitsmarkt in 20 Jahren aussehen wird. Das Erste ist wichtig für die Entwicklung privater Renten, das Zweite für die gesetzliche Rente.

Steuerlich werden Beiträge zur gesetzlichen und zur Rürup-Rente gleichermaßen begünstigt: Selbstständige können während des Berufslebens einen immer größer werdenden Anteil ihrer Beiträge als Sonderausgaben absetzen. Im Jahr 2018 sind es 86 Prozent. Das macht viel aus. Wie Berechnungen von „Finanztest“ zeigen, bekommt ein alleinstehender Selbstständiger, der im Jahr 2018 einen Gewinn von 30 000 Euro macht und 4800 Euro in die Rentenkasse einzahlt, 1204 Euro vom Finanzamt zurück – mehr als 25 Prozent.

Bei 60 000 Euro Gewinn und Rentenbeiträgen von 10 000 Euro erstattet die Behörde 3446 Euro. In diesem Fall sind es sogar fast 35 Prozent der Beitragssumme.

Auch wenn das Förderprinzip gleich ist, hat die Rürup-Rente ein Plus: Selbstständige können mehr einzahlen. Liegt der Höchstbeitrag, den sie im Jahr 2018 in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen können, bei 14 508 Euro, sind es bei der Rürup-Rente 23 712 Euro.

Die Notwendigkeit einer hohen Rente oder wenig Zeit bis zum Ruhestand können ein Grund sein, sich für Rürup zu entscheiden. Aber für Selbstständige, die ihre Versorgung langfristig und aus mehreren Schichten aufbauen, ist die gesetzliche Rente für den Grundstock eine Alternative. Wenn sie zum Beispiel 35 Jahre lang den Höchstbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung einzahlen, bekommen sie nach den aktuell geltenden Berechnungsgrößen eine Monatsrente von rund 2237 Euro.

->  Basis schaffen: Erster Schritt, wenn Sie als Selbstständiger fürs Alter sparen wollen, ist eine risikoarme Basisvorsorge. Für viele geeignet sind Einzahlungen in die gesetzliche Rentenkasse – als Ersatz oder Ergänzung zu einer Rürup- oder einer privaten Rentenversicherung. Rat gibt die Rentenkasse (Tel. 0 800/100 04 80 70).

-> Angehörige: Anders als bei privater und Rürup-Versicherung ist bei der gesetzlichen ein Hinterbliebenenschutz enthalten. Den können Sie zwar auch mit dem privaten Versicherer vereinbaren, er geht dort aber zulasten der späteren Rentenhöhe.

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-> Fälligkeit: Generell werden die Beiträge an die Rentenkasse zum drittletzten Arbeitstag eines Monats abgebucht. Freiwillig Versicherte können auch bis Ende März des Folgejahres zahlen.

-> Rendite: Ist Ihre Basisversorgung gesichert, können Sie rendite-orientierter anlegen etwa in Aktienfonds (Tipps unter test.de/etf-depot).

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