BERLIN - Ein Satellitenreceiver kann richtig ins Geld gehen: Fast 650 Euro kostet der Testsieger Humax iCord HD+. Doch wer bei der Ausstattung Abstriche macht, bekommt einen guten Receiver auch schon für weniger als ein Drittel: Der günstigste Gute, der Technisat Technistar S1, kostet im Schnitt 197 Euro. Neun HD-fähige Sat-Empfänger zwischen 110 und 645 Euro hat die Stiftung Warentest geprüft („test“, 9/10) und zusätzlich ein baugleiches Gerät. Fünf davon schneiden gut ab. Außerdem im Test: zwei HD-fähige Kabelreceiver, einer für Kabel BW und einer für Kabel Deutschland.
Wichtigste Unterschiede zwischen der Luxus- und Mittelklasse bei den Sat-Receivern: Die teuersten haben ein zweites Empfangsteil und eine interne Festplatte. Die kann programmierte Sendungen aufzeichnen und ermöglicht zudem zeitversetztes Fernsehen. Damit kann der Nutzer das laufende Programm per Pausetaste anhalten und später weiterschauen. Dank zweitem Empfangsteil können die Teuren zwei Sendungen zugleich aufzeichnen oder eine aufnehmen und gleichzeitig eine andere auf den Schirm bringen. Auch die günstigeren Sat-Receiver ermöglichen Festplattenaufnahmen und zeitversetztes Fernsehen – wenn man eine externe Festplatte anschließt.
Analog und digital
Bei der Bildqualität liegen die Receiver nah beieinander. Unterschiede zeigen sich, wenn die Geräte über den analogen Scart-Anschluss mit dem Fernseher verbunden sind. Bei Comag, Kathrein, Logisat und Wisi wirkt das Bild dann unschärfer. Allerdings wird man einen HD-fähigen Receiver in der Regel ohnehin über den digitalen HDMI-Anschluss verbinden. HDTV-Bilder zeigen die meisten Receiver tadellos.
Größere Macken gibt es dagegen bei der Handhabung. Besonders bei den günstigsten Receivern im Test können sie das Fernsehvergüngen trüben. Zum Beispiel der elektronische Programmführer (EPG): Beim Wisi zeigt er nur eine Programmübersicht des aktuellen Senders, keine für mehrere Sender. Und der Skymaster schickt den Nutzer beim Druck auf die EPG-Taste zunächst auf den kostenpflichtigen Programmservice „more.tv“. Der normale, kostenlose EPG ist nur mühsam zu erreichen und dann auch noch unübersichtlich. Unerfreulich sind auch die langen Startzeiten einiger Empfänger. So braucht der Comag 36 Sekunden, bis er ein Bild zeigt.
Lange Startphase
Noch länger braucht im Test zum Starten nur der Kabelreceiver Humax iHD-Fox C, den es beim Netzbetreiber Kabel BW gibt: Nach dem Einschalten vergehen 44 Sekunden, bis er ein Bild zeigt. Bei der Bildqualität gehören die beiden Kabelreceiver-Modelle im Test zu den Besten. Doch im Gegensatz zu Sat-Empfängern der gleichen Preisklasse bieten sie keine Möglichkeit, direkt auf Festplatte aufzunehmen. Zwar haben beide einen USB-Anschluss für Speichermedien, doch darauf können sie nur Mediendateien wie Jpeg-Fotos oder MP3-Musik wiedergeben.
und mit Abstand mit 645 Euro auch teuerste Sat-Receiver im Test (9/10) ist der Humax iCord HD+. Bei den Sat-Receivern ohne Festplatte liegen der recht einfach ausgestattete Kathrein UFS 904sw für 211 Euro und der Technisat Technistar S1 für 197 Euro gleichauf. Bei den Kabelempfängern schnitt der für Kabel Deutschland zertifizierte Humax PR-HD2000C für 200 Euro gut ab.
