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NWZonline.de Ratgeber

Bank-Service mit Luft nach oben

23.04.2018

Berlin Viele Bankkunden halten an ihrem Girokonto fest, weil sie wohl den Aufwand eines Kontowechsels fürchten. Dabei müssen die Banken ihre Kunden seit September 2016 beim Kontowechsel unterstützen – egal, ob sie Online- oder Filialbankkunde sind. Die Zeitschrift „Finanztest“ wollte wissen, wie gut der Kontowechsel funktioniert, und hat sechs Kunden dabei begleitet.

Die wichtigsten Ergebnisse des Tests stehen in der Mai-Ausgabe von „Finanztest“: Wer die gesetzliche Kontenwechselhilfe benutzt, muss mit Komplikationen rechnen. Der bankeigene digitale Kontowechselservice dagegen verlief nahezu reibungslos. Aber auch er ist keine Garantie für gutes Gelingen.

Die Tester hatten ihre Onlinekonten bei den Sparkassen in Berlin, Hannover und Mainfranken Würzburg, der Postbank sowie der Hypovereinsbank. Sie haben neue Konten bei der ING-Diba, der DKB, der Evangelischen Bank und der Triodos Bank eröffnet. Ausgangspunkt für den Wechsel ist immer die neue Bank.

Für die gesetzliche Kontenwechselhilfe muss die bisherige Bank eine Übersicht aller Buchungen der letzten 13 Monate liefern, die künftige Bank soll alle Zahlungspartner von der neuen Kontoverbindung schriftlich unterrichten. Beide Banken haften für Schäden, die aus einem fehlgeschlagenen Kontowechsel entstehen. Binnen zwölf Geschäftstagen soll der Kontowechsel erledigt sein. Leider hat der Gesetzgeber dafür ein völlig unverständliches Formular entwickelt, das in Umfang, Aufbau und Sprache vom Kontowechsel eher abschreckt.

Viele Kreditinstitute bieten aber zusätzlich einen eigenen, einfacheren Kontowechselservice an. Das komplizierte Formular entfällt, aber die gesetzlichen Vorgaben gelten nicht. Alles läuft digital.

In der Praxis stießen die Tester auf einige Hürden:
 Daueraufträge: Der Kontowechselservice der ING-Diba vermittelte anfangs den Eindruck, dass auch Daueraufträge automatisch übertragen werden können. Als sie dann aber in der Liste der zu benachrichtigenden Zahlungspartner nicht mehr auftauchten, griff die Testperson zum Telefon und erfuhr, dass das „ein Fehler im Programm ist“ und sie Daueraufträge bei der alten Bank löschen und bei der neuen Bank selbst einrichten muss.
 Kontokündigung: Das Schreiben für die Kündigung des alten Girokontos musste die Testperson selbst erstellen. Das ist bei anderen Banken Bestandteil ihres Wechselservices. Gut war, dass die ING-Diba bereits eine Liste von Zahlungsempfängern erstellte, die aus ihrer Sicht nicht informiert werden müssen, da sie nicht regelmäßig Geld bekommen.
 Unterschrift: Die ING-Diba verwies auf Zahlungsempfänger, die die Anschreiben der Bank voraussichtlich nicht akzeptieren werden. Die DKB und die Triodos Bank lassen Kunden eine Unterschrift erzeugen: per Maus am PC oder mit dem Finger auf dem Smartphone. Das ist gewöhnungsbedürftig.
 Zeitraum: Unklar war in einem der sechs Testfälle, welchen Zeitraum die angezeigten Buchungen umfassen. Während beim Wechsel von der Postbank zur DKB explizit auf den Zeitraum hingewiesen wurde, gab es beim Wechsel von der Sparkasse Hannover zur DKB keine Information dazu.
 Liste der Zahlungsempfänger: Hilfreich war für die Testperson, dass die DKB und die Triodos Bank eine übersichtliche Liste erstellten, wen sie über das neue Konto informieren.
 Kontokündigung: Die Triodos Bank empfahl dem Tester zum Beispiel, altes und neues Konto eine Weile parallel bestehen zu lassen. Sie schickte das Kündigungsschreiben für das alte Konto per E-Mail zum Ausdrucken und Versenden per Post, inklusive eines Hinweises, dass der Freistellungsauftrag bei der alten Bank reduziert werden kann.

Der Girokontowechsel kann nach wie vor auch ohne PC und Vordrucke in Eigenregie erfolgen. Dann aber muss der Bankkunde die Fleißarbeit leisten, die durch die gesetzliche Wechselhilfe überflüssig werden sollte: Kontoauszüge durchforsten, Buchungen sortieren und zahlreiche Briefe verschicken.

->  Wechselservice nutzen: Suchen Sie sich mithilfe des Produktfinders Girokonto (test.de/girokonto) ein gutes Konto und eröffnen Sie es. Loggen Sie sich auf der Internetseite Ihrer neuen Bank in Ihr Konto ein. Wählen Sie, wenn vorhanden, den digitalen Wechselservice.

-> Buchungsliste anfordern: Vom Kontowechselservice der neuen Bank aus loggen Sie sich mit den Zugangsdaten bei Ihrer alten Bank ein. Sie bekommen eine Übersicht aller Buchungen der letzten Monate.

-> Zahlungspartner informieren: Sie können anhand der Liste auswählen, welche Zahlungspartner Sie über die neue Kontoverbindung informieren wollen. Wenn Sie den ersten Zahlungspartner auswählen, müssen Sie meist eine Unterschrift generieren: entweder mit dem Finger auf dem Smartphone oder per Maus am PC. Die neue Bank verschickt dann die Briefe mit der neuen Kontoverbindung, versehen mit der digital erzeugten Unterschrift – etwa an den Arbeitgeber.

-> Buchungen selbst ändern: Daueraufträge müssen Sie bei der alten Bank selbst löschen und bei der neuen wieder einrichten. Sie müssen auch bei Zahlungspartnern wie Amazon oder Paypal selbst tätig werden.