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NWZonline.de Ratgeber

Staatliche Zulagen nicht verschenken

25.09.2017

Berlin Zu teuer, zu bürokratisch, zu unrentabel – die Kritik an der Riester-Rente ist vielfältig und oft berechtigt. Dennoch kann sich ein Riester-Vertrag noch immer für viele lohnen, lautet das Fazit des großen Tests der Riester-Rente, über den die Zeitschrift „Finanztest“ in ihrer aktuellen Ausgabe (10/2017) berichtet. Hier gibt es staatliche Zulagen und Steuerersparnisse, die allein schon für eine gewisse Rendite sorgen.

Im Test waren Banksparpläne, klassische Rentenversicherungen, Fondssparpläne und fondsgebundene Rentenversicherungen. Außerdem hat „Finanztest“ zusammen mit der Verbraucherzentrale Bremen untersucht, mit welchen Angeboten Verbraucher nachhaltig riestern können. Ein Ergebnis des Tests: Versicherer und Banken bieten kaum noch klassische Riester-Rentenversicherungen und Banksparpläne an und schon gar keine guten.

Auch in den aktuellen Tests gibt es wieder zu teure Produkte. Dazu kommt der Ärger mit den Behörden, über den viele „Finanztest“-Leser berichten, und gesunkene Garantiezinsen. Dennoch sind Tests dieser Altersvorsorge-Angebote aus Sicht der Stiftung Warentest sinnvoll: Denn für den Sparer lohnt sich Riestern allein wegen der Förderung häufig trotzdem.

Ab 2018 aufgestockt

Die Förderung hat die Bundesregierung gerade ein wenig aufgestockt. Ab 2018 gibt es für jeden Riester-Sparer jährlich bis zu 175 Euro statt bisher 154 Euro Grundzulage. Die Kinderzulagen bleiben gleich: Pro Kind gibt es jährlich 300 Euro, solange der Sparer Kindergeld bezieht. Wurde das Kind vor 2008 geboren, sind es nur 185 Euro.

Voraussetzung für die volle Förderung: Inklusive der Zulagen müssen 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres (bei Angestellten meist das Bruttoeinkommen) in den Riester-Vertrag fließen, mindestens jedoch 60 Euro.

Eine Mutter mit drei kleinen Kindern, die in Teilzeit 15 000 Euro jährlich verdient, muss nur 60 Euro selber einzahlen und erhält dreimal 300 Euro Kinderzulage plus 154 Euro Grundzulage. Diese 1054 Euro sollte sie nehmen.

Ebenfalls neu: Geringverdiener können in Zukunft sicher sein, dass sich ihr Sparen im Alter auszahlt. Ab 2018 dürfen Rentner in Grundsicherung 100 Euro monatlich aus einer zusätzlichen Altersvorsorge behalten, von darüber hinausgehenden Einkünften 30 Prozent, höchstens jedoch bis zu 204,50 Euro.

Für Besserverdienende ohne oder mit nur einem Kind ist die Förderung über Steuerersparnisse meist attraktiver als die Zulagen. Einzahlungen bis 2100 Euro im Jahr erkennt das Finanzamt als Sonderausgaben an. Ist die Steuerersparnis höher als die Zulagen, zahlt das Finanzamt im Folgejahr die Differenz aus.

Absicherung

Die Steuerersparnis lohnt sich umso mehr, je höher der Steuersatz ist. Ein lediger Durchschnittsverdiener, der 35 000 Euro im Jahr 2016 verdient hat und 1946 Euro plus 154 Euro Zulage in den Vertrag eingezahlt hat, bekommt zusätzlich 326 Euro vom Finanzamt erstattet. Hätte er 55 000 Euro verdient, hätte er 490 Euro bekommen. Ein Gutverdiener, der 70 000 Euro im Jahr verdient, bekommt satte 574 Euro erstattet.

Schwierig wird die Berechnung der Förderung vor allem bei Familien mit Kindern, bei denen sowohl der Mann als auch die Frau riestern. Die Kinderzulagen des einen Partners verhindern oft die Steuerersparnisse des anderen. Hier lohnt es sich, die Förderung mit einem Steuerberater oder der Verbraucherzentrale durchzusprechen.

Die Steuererklärung ist für die meisten Riester-Sparer ein Muss. Im Alter müssen die Zahlungen aus der Riester-Rente voll versteuert werden. Diese „nachgelagerte Besteuerung“ ist meist vorteilhaft, da der persönliche Steuersatz in der Zeit der Rente in der Regel niedriger liegt als im Erwerbsleben.

Die Riester-Rente ist auf eine monatliche Rentenzahlung im Alter ausgelegt, da sie die gesetzliche Rente ergänzen soll. Sie ist, wie alle Rentenversicherungen, eine Absicherung des „Langlebigkeitsrisikos“. Sie fließt weiter, selbst wenn der Versicherte 100 Jahre alt wird. Dann hat er ein gutes Geschäft gemacht. Stirbt er dagegen mit 75, hat sich die Riester-Rente für ihn nicht gelohnt.

->  Versicherer und Banken bieten kaum noch klassische Riester-Rentenversicherungen und Banksparpläne an. Besser sieht es bei den Riester-Fondssparplänen und Fondspolicen aus.->  Die Riester-Rentenversicherungist vor allem für Kunden geeignet, die sich um wenig kümmern wollen. Ein solcher Vertrag ist aber nur empfehlenswert, wenn der Kunde regelmäßig und bis zum Vertragsende einzahlt. Die empfohlene Mindestlaufzeit liegt bei 15 Jahren. ->  Riester-Banksparpläne bieten kaum noch Geldinstitute an: Zwei überregionale Banken und ein regionaler Anbieter wurden unter die Lupe genommen. Die Produkte schnitten dabei eher durchschnittlich ab.
->  Rendite-Chancen haben Sparer mit Fondssparplänen oder Fondspolicen. Wie gut die Produkte abschneiden, hängt hier auch von den Kosten ab. Informationen finden Anleger in den Produktinformationsblättern (Pib).

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