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Maritimes Als letzte Wikinger in der Hochseefischerei

Theo Kruse

Cuxhaven/Emden - Mit dem Slogan „Die letzten Wikinger fahren in der Hochseefischerei“ lockte der Verband der Hochseefischer in den 1960er Jahren junge Männer als Arbeitskräfte an Bord der Fangschiffe. Hochseefischerei stand damals wie heute für harte Arbeit in den rauen ­Gewässern des Nordatlantiks, aber auch für die Möglichkeit, gutes Geld zu verdienen.

Die deutsche Hochsee­fischerei befand sich damals in einer tiefgreifenden Umbruchphase. Die Zeit der alten Kohledampfer war vorbei, die Zukunft gehörte den modernen Motorschiffen, die sich schnell zu schwimmenden Fabriken entwickelten.

Drei Monate an Bord

Wer sich dafür entschied, auf einem der neuen Fangschiffe anzuheuern, der musste dem Leben an Land für bis zu drei Monate Lebewohl sagen. Wochenenden gab es an Bord nicht, gearbeitet wurde in einem Schichtsystem rund um die Uhr. Freizeit war knapp, der Rhythmus von Fang und Verarbeitung ließ gerade genug Zeit für Mahl­zeiten und Schlaf.

Cuxhaven verdankt seine Entwicklung ganz wesentlich der Fischerei im Nordatlantik. Seit 1908 brachten Fang und Verarbeitung Wohlstand in die junge Stadt, dominierten die Fischdampfer das Hafenbild. Die Arbeit an Bord der Fangschiffe war lukrativ, aber extrem hart. Kälte und Nässe, schwere körperliche Arbeit und häufige Stürme bestimmten den Arbeitsalltag. Wenn es gut lief, war Schlaf Neben­sache, dann wurde bis zu 48 Stunden fast ohne Pause gearbeitet. Der Ton an Bord war rau, der Zusammenhalt und der Berufsstolz der Mannschaften sprichwörtlich.

Ab dem 27. Februar zeigt das Cuxhavener Museum „Windstärke 10“ in den historischen Fischmarkthallen in der der Ohlroggestraße eine ­Sonderausstellung über die Hochseefischerei. Der Rundgang führt die Besucher von der Netzmacherei und dem Heuerbüro direkt „an Bord“ des Fischdampfers „Otto Flohr“.

Funksprüche dekodieren

Hier kann man einen Blick in das Mannschaftslogis ­werfen, in der Funkbude ­kodierte Fangmeldungen entschlüsseln und testen, ob man auch die „Nase“ eines Kapitäns für dicke Fänge gehabt hätte. Auf dem Fangdeck, umgeben von aufgewühlter See, wird dann der gefahrvolle Arbeitsalltag der Fischdampfer-Matrosen lebendig.

Nicht nur an Bord, auch an Land war früher die Arbeit „im Fisch“ anstrengend. Daran erinnert der nächste Ausstellungsbereich, in dem die authentische Atmosphäre der Fischhallen beibehalten wurde. In der Mittelhalle des Museums geht es anschließend um Fragen des aktuellen Schutzes der Fischbestände. Große Hochseefischerei, wie sie früher von Cuxhaven aus betrieben wurde, bedeutete nicht nur extrem harte Arbeit in Kälte und Nässe. Sie war auch einer der gefährlichsten Jobs der Welt.

2G-Regelung gilt

Das Wrack- und Fischereimuseum „Windstärke 10“ ist mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Für den Besuch gilt die 2G-Regelung (geimpft oder genesen). Im Museum ist für alle ab 15 Jahre das Tragen einer FFP2-Maske erforderlich.

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