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NWZonline.de Ratgeber

Wie aus Dangast eine Perle für Touristen wurde

21.09.2019

Dangast Seit mehr als 200 Jahren gibt es ein Badeleben in Dangast. Als kleines Fischerdorf am Jadebusen gelegen, wurde es 1804 zum Seebad, wurde von betuchten Bürgern und Adeligen als Sommerfrische entdeckt und besucht. Seine landschaftliche Besonderheit: In Dangast stößt die Geest direkt ans Meer, seine Geestkante wird seit mehr als 100 Jahren an augenfälliger Stelle von einer Strandmauer vor weiterem Abbruch geschützt.

Diese landschaftliche Besonderheit und die Entwicklung des Tourismus haben der Kartograph Michael Remmers und Gästeführer Karl-Heinz Martinß in einem Bildband aufgezeichnet, der den Titel „Dangast – damals und heute“ trägt (Komregis-Verlag Oldenburg, 144 Seiten, 19,50 Euro). Die Fotos stellen die Entwicklung direkt nebeneinander, zeigen die bescheidenen Anfänge des Fremdenverkehrs und ermöglichen manchen Vergleich zur Gegenwart.

Dorf verändert sich

Als Wiese präsentiert sich der exponierte (und private) Campingplatz, nur ein paar Zelte am Rand der Wiese zeigen die touristische Nutzung - wohl in den 50er Jahren aufgenommen. Wo heute Ferienreihenhäuser dicht an dicht stehen, sind Getreidefelder und Weiden zu sehen. Exponiert auch das Teehaus am Gemeindestrand (der Teil, der zur Stadt Varel gehört und von der Kurverwaltung bewirtschaftet wird). Die paar Autos parken am Rand der Straße, der Urlauber in Dangast hatte damals noch viel Gegend.

Weitere Bilder zeigen, wie die Bebauung dichter wird, wie die bestehenden Häuser ihr Aussehen verändern, wie das Lebensmittelgeschäft Pieper im Ortszentrum, einst ein anderthalbgeschossiger Putzbau mit Satteldach, kaum mehr als ein Einfamilienhaus, heute ein verklinkertes Wohn- und Geschäftshaus (und übrigens das einzige ganzjährig geöffnete Geschäft in Dangast).

Man versinkt im Anblick von verträumten Straßen, die früher Sandwege waren, im Anblick von Bauernhäusern, die heute als Restaurant dienen (wie der „Gröningshof“), oder sieht die zweiklassige Dorfschule (heute Nationalparkhaus), zu deren Absolventen der spätere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (Jahrgang 1946) und Konstanze Radziwill (Jahrgang 1947), Autorin und Tochter des Malers Franz Radziwill gehören. 
Überhaupt die Landwirtschaft und Fischerei, die bis vor 50 Jahren Dangast prägten. Zunächst am Strand lagen die Fischerboote, später im Dangaster Hafen zusammen mit einer stattlichen Anzahl Reusen. Man erahnt die Mühsal, die darin bestand, mit Schlickschlitten über das Watt zu glitschen, aber nicht wie heute als Jokus-Einlage, sondern als kraftraubende Methode, zu den Reusen zu gelangen und den Fang (Granat) an Land zu schaffen.

Die noch heute betriebene „Etta von Dangast“ ist auf mehreren Bildern zu sehen wie auch deren Vorgänger, das Fahrgastschiff „Edo Wiemken“. Neben solcher Folklore gibt es auch Informationen zur Bedeutung des Siels am Dangaster Hafen (erst Mitte der 50er Jahre gebaut), das übrigens ein kleines Kunstwerk beinhaltet.

Das Kartenmosaik („Hier hebbt sik Ollnborg un Ostfreesland funnen“) im Siel hat der Maler Wilhelm Tegt­meier geschaffen. Der in Leer und Osnabrück aufgewachsene Tegt­meier war wie Franz Radziwill und Jan Oeltjen (Jaderberg) einer der großen Maler des Landes. Weil er nach dem Krieg nicht von seiner (neusachlichen) Malerei leben konnte, fuhr er zur See, erhielt aber in den 50er Jahren eine ganze Reihe Aufträge für „Kunst am Bau“ (unter anderem in Oldenburg). Die Kunst hat in Dangast viele Spuren hinterlassen. Die Maler Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel wohnten zu Beginn des 20. Jahrhunderts dort, etliche Werke der Expressionisten entstanden in Dangast. Der Bildband zeigt, wo die Maler wohnten und wie die Häuser heute aussehen. Später siedelte Franz Radziwill nach Dangast, kam Trude Rosner-Kasowski als Vertriebene in den Ort, schuf Willy Hinck in der ehemaligen „Villa Wobick“ seine Aquarelle, machten die Aktionskünstler um Anatol und Eckart Grenzer das Kurhaus unsicher.

Pferderennen am Strand

Natürlich spielt das Kurhausensemble eine Rolle, das ja Keimzelle des Tourismus in Dangast war und sich dank der Besitzer-Familie Tapken seinen Charme bewahrt hat – und ja, Abertausende von Erholungssuchenden und Gästen mit Rhabarberkuchen und preiswertem Mittagstisch begeistert hat. 
Schließlich erfährt der Betrachter, warum die am Dangaster Strand gelegene Straße Rennweide heißt: Zwischen 1906 und 1955 fanden dort tatsächlich Pferderennen statt. Die Fläche war entstanden, weil man den Sand des Geestrands für den Hafenbau in Wilhelmshaven abgetragen hatte.

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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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