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Oldenburger Dekan zur Kritik „Medizinischer Nachwuchs ist hart umkämpft“

Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg

Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg

Universität

Im Nordwesten - „Es ist völlig berechtigt, dass die Studenten fordern, dass man Krankheitstage im Praktischen Jahr nicht von den Urlaubstagen abzieht“, sagt Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Medizinischen Fakultät an der Universität Oldenburg. Damit reagiert er auf die Petition, die die Bundesvertretung der Medizinstudierenden gestartet hat. Unter dem Motto „Ausbildung statt Ausbeute“ fordert sie bessere Bedingungen für die Studenten im Praktischen Jahr (PJ). Sie will die Trennung von Krankheits- und Fehltagen, eine Vergütung im PJ sowie eine bessere Ausbildung in der Praxis.

Zugucken und selbst anwenden, so sollen Medizinstudenten im Praktischen Jahr ihre Erfahrungen in den Kliniken sammeln. Aber nicht überall wird ihnen genug Praxis vermittelt.

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Inga Mennen
Im Nordwesten

Studenten sind zufrieden

Auch ein Oldenburger Student äußerte Kritik an der Ausbildung im PJ. Doch: „Grundsätzlich sind unsere Studierenden mit dem Verlauf ihres PJ zufrieden“, sagt der Dekan. Die Medizinische Fakultät würde regelmäßig Evaluationen durchführen. „75 Prozent unserer Studenten bewerten die Qualität der Betreuung positiv. Bezogen auf die gesamte Ausbildung sind es 83 Prozent “, sagt Nothwang. In Oldenburg studieren derzeit 544 Frauen und Männer Medizin – 34 befinden sich im Praktischen Jahr.

Die Medizinstudenten  wollen nicht in zweiter Reihe stehen. Sie fordern bessere Ausbildungsbedingungen im Praktischen Jahr.

MEDIZINSTUDIUM IN OLDENBURG Krankheitstage werden vom Urlaub abgezogen – Studenten klagen über „Ausbeutung“

Inga Mennen
Im Nordwesten

Kontrollieren kann die Universität die Ausbildung im PJ in den Kliniken nicht. „In den Kooperationskrankenhäusern gibt es aber Transferstellen, an die sich die Studenten wenden können“, sagt der Dekan. Die Universität gebe den PJlern außerdem ein Logbuch an die Hand, das die Lernziele beschreibt. „Damit können Studierende ihren Ausbildungsfortschritt überprüfen und frühzeitig das Gespräch suchen, wenn sie den Eindruck haben, dass sie noch weitere Themen vertiefen sollten“, so die Fakultät. Weiterhin sei vorgesehen, dass Feedbackgespräche mit den Betreuern geführt werden.

Im Krankenhaus Wittmund nehmen sich die Chefärzte Dr. Hagen Behnke (r.) und Dr. Wojciech Jelen (l. mit Pfleger Yannic Flohr) Zeit, den Studentinnen Lea Rogosik (3. v. r.) und Charlotte Jackisch Abläufe genau zu erklären.

MEDIZINSTUDENTINNEN IN WITTMUND Angehende Ärztinnen fordern mehr Praxis in der Ausbildung

Inga Mennen
Im Nordwesten

Reform schnell umsetzen

Eine neue Approbationsordnung (ÄApprO) soll die Ausbildung verbessern. Sie wurde vom Bund auf den Weg gebracht und soll 2027 in Kraft treten. Die Medizinische Fakultät Oldenburg setze sich dafür ein, dass die Verantwortlichen von Bund und Ländern zeitnah eine Entscheidung zur Reform treffen, sagt Nothwang. Der Medizinische Fakultätentag fordert Bund und Länder auf, den Reformprozess nicht länger hinauszuschieben.

Die Approbationsordnung soll sich ändern. Der Entwurf sieht mehr Praxis für die Medizinstudenten vor.

DAS SAGT DAS GESUNDHEITSMINISTERIUM Mehr Praxis für Medizinstudenten erst in vier Jahren

Inga Mennen
Im Nordwesten

Bis dahin sollte es Ziel jeder Klinik sein, sich gut um die Studenten im Praktischen Jahr zu kümmern, so Prof. Dr. Nothwang. „Der medizinische Nachwuchs ist hart umkämpft, das ist auch bei den Krankenhäusern angekommen.“ Wenn die Studenten dort gut betreut werden, sei das Werbung für das Haus als künftiger Arbeitgeber.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales
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