In Berlin werden die Entscheidungen gefällt. So auch die Einführung der Telematik-Infrastruktur in den Arztpraxen und die neuen ab Januar verpflichtenden E-Rezepte. Was Berlin bestimmt, ist Gesetz. Ungeachtet dessen, dass Praktiker auf die Kinderkrankheiten aufmerksam machen.

Bevor man auf die Digitalisierung setzt, sollte man sichergehen, dass die überall angekommen ist – wie in den Pflegeheimen. Das knappe Personal hat alle Hände damit zu tun, sich um die Senioren zu kümmern, es hat keine Zeit, Laptops zu bestellen, damit es mit den E-Rezepten ab Januar reibungslos läuft. Digitalisierung und Breitbandausbau sind in Deutschland ohnehin ein wunder Punkt. Dass die E-Rezept-App überall – auch in der ländlichen Region – einwandfrei läuft, bleibt zweifelhaft.

Und nur zwei Prozent der Patienten mit einer Krankenkassenkarte haben bisher die notwendige Pin, um mit der App Rezepte und Medikamente bestellen zu können.

Erst denken, dann handeln: Das hätte der Anspruch in Berlin sein sollen. Der Bundesregierung würde es gut stehen, Argumente von außen ernst zu nehmen und auf Kritiker zu hören. Denn allwissend kann kein Politiker sein, so sehr er sich auch dafür hält.

Mit der App „Das E-Rezept“ kann man Verschreibungen vom Arzt in der Apotheke einlösen. Noch hat das System aber Kinderkrankheiten, wie die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen mitteilt.

E-REZEPT IM NORDWESTEN Wo Ärzte und Apotheker noch Kinderkrankheiten sehen

Inga Mennen
Im Nordwesten
Peter Jordan (86), der sich von   Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (links) in die Apotheke begleiten lässt, kann seine Medikamente noch  selbst abholen. Für viele Senioren ist das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich.

E-REZEPT IM NORDWESTEN In wenigen Wochen kommt das E-Rezept – wie Seniorenheime damit umgehen wollen

Inga Mennen
Im Nordwesten

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales