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NWZonline.de Ratgeber

Ausstellung: Kunst aus Amerika überwindet Grenzen

11.11.2017

Emden /Assen Menschen verlassen für den Traum vom „American Way of Life“ ihre Heimat, um im Land der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten ihr Glück zu finden. Was ist dran am amerikanischen Traum?

Antworten auf diese Frage geben das Drents Museum in Assen in den Niederlanden und die Kunsthalle Emden vom 19. November bis 27. Mai in einer großen Übersichtsschau zum amerikanischen Realismus von 1945 bis heute. Die parallel laufende Ausstellung „The American Dream“ ist die erste in Europa, die sich auf die Entwicklung dieser Richtung in der US-amerikanischen Kunst konzentriert. Ihre Vertreter stellen Menschen, Orte und Dinge des Alltags in den Mittelpunkt und machen die Schattenseiten des amerikanischen Traums sichtbar.

Leinwand als Illusion

Das Drents Museum in Assen, 121 Kilometer von Emden entfernt, zeigt künstlerische Positionen von 1945 bis 1965 und die Kunsthalle Emden jene von 1965 bis heute. Erstmals halten die amerikanische Pop Art sowie Werke des Fotorealismus Einzug ins Emder Museum. Die Exponate kommen aus amerikanischen Museen und privaten Sammlungen. Beide Museen präsentieren außerdem einige Exponate aus dem Zeitraum des jeweiligen Partnermuseums.

Realistische Malerei in Amerika in der Mitte des 20. Jahrhunderts ist verbunden mit Namen wie Norman Rockwell, Andrew Wyeth und Edward Hopper. Ihnen folgen Künstler der Pop Art wie Claes Oldenburg und Andy Warhol und des Fotorealismus, der von Robert Bechtle und Audrey Flack geprägt wird.

In Europa sorgen Vertreter des amerikanischen Realismus zum ersten Mal 1972 für Aufsehen auf der Documenta 5 in Kassel. Edward Kienholz schockiert mit seiner Installation „Five Car Stud – Spiel mit fünf Autos“ die Besucher. Die drastische Darstellung eines rassistisch motivierten Gewaltverbrechens verschwindet anschließend für viele Jahrzehnte in der Versenkung. Internationale Aufmerksamkeit erhalten auf der Documenta 5 auch Künstler wie Robert Bechtle und Audrey Flack mit ihren Leinwänden als Illusion einer Fotografie.

In den 60er Jahren entwickelt sich die Pop Art. Den Anstoß gibt Claes Oldenburg, der in seinem Atelier in New York einen Laden „The Store“ eröffnet, in dem er seine Skulpturen aus Alltagsgegenständen wie Lippenstifte, Zigaretten und Toiletten herstellt und verkauft. Produkte der amerikanischen Konsumkultur und umschwärmte Prominente wie Marilyn Monroe und Jackie Kennedy rückt Andy Warhol, der wohl bekannteste Pop-Art-Künstler, in den Mittelpunkt seiner Arbeiten.

Porträts und Skulpturen

Einen Richtungswechsel leitet die Ausstellung „New Documents“ 1967 im Museum of Modern Art (MoMA) in New York ein. Die Künstler Diane Arbus, Lee Friedländer und Gary Winogrand betreten mit ihren Porträts von Menschen am Rande der Gesellschaft – Transvestiten, Menschen mit Behinderungen – ein neues Terrain und beeinflussen spätere Generationen amerikanischer Fotografen.

Als bildhauerisches Gegenstück zum Fotorealismus schafft Duane Hanson lebensechte, akribisch gestaltete, mit Kleidung und Accessoires ausgestattete Skulpturen. Gern wird die Anekdote erzählt, wie Ausstellungsbesucher versuchen, mit seinem Museumswärter (1975) ins Gespräch zu kommen.

In den späten 70er Jahren erfährt die Malerei durch Künstler wie Keith Haring und Jeff Koons neuen Antrieb. In dieser Zeit beginnt auch die künstlerische Auseinandersetzung mit der Viruserkrankung Aids. Viele Werke aus den 80er und 90er Jahren handeln auf bedrückende Weise von Sterblichkeit und Tod.

Der Anschlag am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York hat die USA verändert. Und mit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten sind die gesellschaftlichen Spannungen noch deutlicher geworden. Die thematisiert der Maler Eric Fischl seit Langem und auch in seinem jüngsten, 2016 entstandenen Bild „Amerika im Niedergang“. Der amerikanische Traum ist ausgeträumt.

Mit mehr als 200 Werken gibt die grenzüberschreitende Ausstellung in zwei Museen in Emden und Assen einen Einblick in den „American Way of Life“, der auch die Kunst und das Lebensgefühl in Europa mitbestimmt hat.

In der Kunsthalle Emden wird für die Ausstellung ein Raum zu einem typischen amerikanischen Lokal umgestaltet, wo sich Besucher in Büchern, Zeitschriften, Filmen und auf einem Zeitstrahl über bedeutende Ereignisse, Persönlichkeiten, Politik und Gesellschaft und den realen Alltag in den USA informieren können. Dazu gibt es eine Auswahl von wichtigen Musiktiteln.

Öffnungszeiten: Die Kunsthalle Emden (Hinter dem Rahmen 13) ist dienstags bis freitags von 10 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Neben den langen Kunstabenden (bis 21 Uhr) am jeweils ersten Dienstag des Monats gibt es zur Ausstellung „The American Dream“ zusätzliche Abendöffnungen bis 22 Uhr am 15. Dezember, 19. Januar, 16. Februar, 16. März, 20. April und 18. Mai.

Das Drents Museum in Assen (Brink 1-5) ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Eintritt: Ein Kombiticket für den Besuch beider Häuser kostet 19 Euro und ist bis zum 27. Mai gültig. Eine Einzelkarte in Emden kostet 9 Euro, Kinder bis einschließlich 15 Jahre haben freien Eintritt. Im Drents Museum kostet der Eintritt 15 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren haben freien Eintritt.

In einem Pilotprojekt bieten beide Museen Führungen mit einem über den heimischen PC gesteuerten Roboter an, der die Bilder der Ausstellung auf den Monitor überträgt. Dieses Angebot richtet sich vor allem an Kunstinteressierte, die nicht die Möglichkeit haben, beide Häuser zu besuchen. Infos und Buchungen unter Tel. 04921/975070.


     www.kunsthalle-emden.de www.drentsmuseum.nl 
Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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