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Trauer Grüne Oase der Erinnerungen

Alexandra Lüders

Gehrde - „Grüne Oase der ­Erinnerungen“ haben die Bestatter Reinhard (72) und Annette Lemke (60) ihren Erinnerungspark am Gehrderweg 5 genannt. Hier hat das Paar auf einem historischen Hofge­lände eine Begräbnisstätte eingerichtet, die in ihrer Form deutschlandweit einzigartig ist. Auf einem 2,5 Hektar großen Anwesen bei Gehrde im Landkreis Osnabrück sanierte es seit 2015 ­Anlage und Häuser, um einen Ort für Angehörige Verstorbener zu bieten, die ihre Trauer individuell zum Ausdruck bringen wollen.

In den sanierten reet­gedeckten Fachwerkkotten von 1708 sind ein Urnenhaus und ein Wochenendcafé ­integriert. Die im Artländer Fachwerkstil neu errichtete Trauerhalle beinhaltet Abschiedsräume und Trauercafé für bis zu 100 Gäste, die an der Trauerfeier und Beisetzung teilgenommen haben.

Für alle Konfessionen

Die Familie hat mit ihrem Urnenhaus eine alternative, konfessionsübergreifende, alternative Ruhestätte zu traditionellen Bestattungsformen geschaffen. Da die Feuerbestattungen zunehmen, ergriff Reinhard Lemke die Chance in idyllischer Umgebung einen Ort der Erinnerung an Verstorbene nach eigenen Vorstellungen zu konzipieren. Dank seiner langen Erfahrung als Bestatter, weiß er zwar um die modernen Bedürfnisse seiner „Kunden“, knüpft aber an die Tradition seiner Vorfahren an.

Das Mobiliar in den Häusern der Anlage ist in gediegenem, gemütlichen Stil gehalten, damit ältere und junge Menschen sich hier wohlfühlen können. Im großzügigen Außenbereich liegt eine Teichanlage mit kleinem Wald, altem Baumbestand, einem Storchennest und einem Strandkorb. In dieser idyllischen Umgebung kommen Trauergäste zur Ruhe. Nichts erinnert an die bedrückende Atmosphäre eines Friedhofs.

Gesicherter Zugang

In Lemkes einladendem, ­videoüberwachten Urnenhaus können sie ihre Verstorbenen regelmäßig mit einem Schlüssel (später elektronischen Chip) besuchen und ihr spezielles Urnenfach selbst mit Kerzen, Blumen, Fotos oder gemalten Bildern schmücken. Die Urnen ruhen hinter Glasscheiben, so dass der Trauernde sie sehen kann, wenn er auf einem der bequemen Sessel Platz nimmt. Zurzeit gibt es bereits Raum für 140 Urnen in der Anlage, welche noch auf 1000 anwachsen soll.

Wer möchte, darf seine Urne selbst gestalten, aber Lemkes bieten auch eine reiche Auswahl an dekorativen Aschegefäßen. Ihre Oase wird mittlerweile auch bundesweit nachgefragt, denn Kunden kommen aus Flensburg, Hamburg, München oder vom ­Bodensee.

Ein Besucher hat sich eine Urne aus Afrika mitgebracht, die er hier in seinem Todesfall gern platzieren möchte. ­Andere bemalen ihre Urne nach eigenem Geschmack. „Wir sind großzügig in der ­Gestaltung und Erfüllung der Kundenwünsche“, verweist Lemke auf gute Erfahrungen.

Die interkonfessionelle Zusammenarbeit mit Priestern und Trauerrednern für nichtkirchliche Kunden ist ihm ein wichtiges Anliegen. Eine Urne kann zunächst für eine Laufzeit von 12,5 Jahren gemietet werden. Danach wird das Urnenfach entweder verlängert oder die Urne in die Schweiz zur endgültigen Bestattung überführt.

Nächste Generation

„Unsere Tochter Aileen ist seit 2019 bei uns angestellt und wächst nun in die Arbeit hinein. Sie hat eine Aus­bildung als Kauffrau für Büromanagement und eine Weiterbildung als Bestattungsfachwirtin absolviert“, freuen sich Lemkes über die Nachfolge. „Ich bringe mich nach und nach in den Betrieb ein. Meine Eltern besprechen unsere gemeinsame Zukunft mit mir, um zukünftig meine eigenen Ideen umsetzen zu können. Dafür habe ich auch neue ­Beratungskonzepte für die praktische Arbeit mit den ­Angehörigen erarbeitet“, verweist Aileen Lemke auf ihre Lieblingstätigkeit.

Sie betreut sehr gern die Hinterbliebenen und hilft ihnen mit der Abschiedssituation umzugehen. „Ich finde das total schön, wenn sie mit der Aufbahrung ihrer Verstorbenen, der Trauerfeier und dem gesamten Service gut zufrieden sind und ich sie einfühlsam und professionell begleiten darf. Es ist mir wichtig, Angehörigen neue Perspektiven zum Weiterleben zu eröffnen, damit sie sich hier aufgehoben fühlen und wir alles für den letzten Weg ihres Verschiedenen getan haben“, gesteht die 27-jährige, dass sie einen hohen Anspruch an die Qualität einer würdevollen Verabschiedung hat.

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