Im Nordwesten - Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Mücken und Insektenstiche sowie Pickel nach der Rasur – das sind die häufigsten „Leiden“, mit denen Patienten täglich in die Hausarztpraxis von Dr. Antje Eimers-Jelen in Aurich kommen. Die 55-jährige Medizinerin gibt Tipps, wie man diese Symptome gut selbst lindern kann, ohne gleich den Arzt aufsuchen zu müssen.
Pickel nach der Rasur: Durch die Rasur, sei es in den Achselhöhlen oder an anderen intimen Stellen, kommt es zu Mikroverletzungen der Haut, sagt die Ärztin. Die Folge sind rote Pickel, die sich entzünden können. Zudem ist es möglich, dass sich in dem rasierten Bereich die Lymphknoten vergrößern. „Das ist eine natürliche Reaktion unseres Immunsystems und nichts Schlimmes“, sagt die Medizinerin. Sie rät den Patienten nach der Rasur, die betroffenen Stellen mit Desinfektionsmittel, das speziell für sensible Hautbereiche angeboten wird, zu behandeln, um mögliche Entzündungen vorzubeugen.
Husten und Schnupfen: „Inhalieren ist wichtig“, so Dr. Eimers-Jelen. Und dafür muss es nicht ein modernes Inhalationsgerät sein. „Ein Topf und ein Handtuch reichen vollkommen aus“, sagt die Ärztin. Sie rät den Patienten mit Salzwasser zu inhalieren. Die Mischung sollte wie beim Nudelwasser sein. Der Vorteil – Topf und Wasser können immer wieder nach Belieben erwärmt werden. „Das Inhalieren beruhigt die Schleimhäute“, sagt die Hausärztin. Drei- bis fünfmal am Tag rät sie zur Inhalation mit tiefem Einatmen durch die Nase und Ausatmen durch den Mund. Wenn die Erkrankung länger als eine Woche andauert, sollten die Patienten zum Arzt gehen.
Halsschmerzen: Honig und Knoblauch wirken entzündungshemmend. Milch oder Tee mit Honig oder eine zerriebene Zehe Knoblauch auf einem Toast bringen Linderung, so Dr. Eimers-Jelen. Der Körper sollte schwitzen, durch Halswickel, Decken und warme Wickel. „Fieber ist gut und ein Zeichen dafür, dass der Körper seine Immunabwehr startet“, sagt die Ärztin. Und sie rät allen, absolute Ruhe einzuhalten. Nur so kann sich der Körper auf seine Selbstheilungskräfte konzentrieren. Denn vor allem bei Fieber ist das System geschwächt. Handelt man dann nicht mit Sorgfalt und Ruhe, kann die erhöhte Temperatur das Herz schwächen.
Insekten- und Mückenstiche: „Nicht kratzen, dadurch kommt Dreck in die Wunde und sie entzündet sich“, sagt die Hausärztin, die weiß: Das ist leichter gesagt als getan. Sie selbst schwört auf ein kleines Gerät, mit dem die Einstichstelle erhitzt werden kann. „Das lindert den Juckreiz“, so Dr. Eimers-Jelen. Danach desinfiziert sie die Stelle und schließt die mit einem Pflaster ab. „So kommt kein Dreck hinein und ich kann nicht kratzen.“
Zeckenbisse: Vorsorge ist am besten, sagt die Ärztin. Lange Socken und lange Hose bei einem Waldsparziergang schützen vor den lästigen Biestern. Kommt es doch zu einem Biss, so ist es wichtig, den Kopf der Zecke, an dem der kleine Saugrüssel hängt, mit aus der Wunde zu bekommen. „Es gibt spezielle Geräte zum Zecken entfernen. Das kann man aber auch mit einer handelsüblichen Pinzette“, sagt Dr. Eimers-Jelen. Auf keinen Fall sollte man kräftig daran ziehen. Umschließt man die Zecke mit der Pinzette, ist Geduld gefragt, leichtes hin- und herbewegen veranlasst das Insekt, nach einer Zeit loszulassen. „Das merkt man ganz gut und dann kann man sie im Ganzen sehr gut herausziehen“, so die Ärztin.
