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NWZonline.de Ratgeber

Hinter jedem Bild eine Geschichte

11.02.2017

Oldenburg Eine Nacht Ende August 2015 an der serbisch-ungarischen Grenze in der Nähe von Röszke: Der Fotograf Warren Richardson ist am Rande der Erschöpfung, seit vielen Stunden versteckt er sich mit syrischen Flüchtlingen am streng überwachten Grenzzaun. Plötzlich ist der Weg frei, alle rennen, um den Stacheldrahtzaun zu überwinden. Im Mondlicht fotografiert Richardson, wie einem Flüchtling ein Kind gereicht wird, der es bereits über die Grenze geschafft hat. „Ich konnte nicht blitzen, damit hätte ich die Leute verraten“, erzählt er.

Seine Schwarz-Weiß-Aufnahme, ein schemenhaftes Schattenbild, erzählt von der Angst und Hoffnung der Flüchtlinge. Die World Press Photo Stiftung wählte es zum Pressefoto des Jahres 2016. „Es ist einfach, aussagekräftig und symbolträchtig“, urteilte die Jury. In der Ausstellung „World Press Photo 16“ ist Richardsons Bild neben 145 anderen prämierten Aufnahmen vom 18. Februar bis zum 12. März im Oldenburger Schloss zu sehen – allesamt dramatisch, kraftvoll, aufwühlend und bewegend.

Richardson, 1968 in Australien geboren, wird zur Eröffnung kommen und über die Entstehung des Bildes und seine Arbeit als freiberuflicher Fotograf berichten. „Empfehlenswert“, sagt Claus Spitzer-Ewersmann. Seine Agentur Mediavanti ist zum zweiten Mal Veranstalter in Kooperation mit der Word Press Photo Foundation und dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.

Die erste Ausstellung in Oldenburg mit den besten Pressebildern des Jahres 2014 sahen im vergangenen Jahr über 14 000 Besucher. Das hat auch Spitzer-Eversmann überrascht. Von allen Städten, die Eintritt nahmen für die Schau, hatte Oldenburg die weltweit meisten Besucher. „Das macht ein bisschen stolz“, sagt er. Und bei der Stiftung in Amsterdam hat es Eindruck gemacht.

Am World-Press-Photo-Wettbewerb des Jahres 2015 haben 5775 Fotografen aus 128 Ländern teilgenommen, die fast 83 000 Bilder einreichten. Die meisten Fotos befassen sich mit der Flüchtlingskrise und zeigen eine Welt im Umbruch. Sie spiegeln aber auch die Vielfalt der Welt wider und geben Einblick in Alltag und Traditionen.

Auf King George Island in der Antarktis hat der australische Fotograf Daniel Berehuk Forscher bei ihrer Arbeit und in der Freizeit begleitet. Es sind eindrückliche und nachdenkliche Aufnahmen. Das uralte Las-Mayas-Fest in Colmenar Viejo am Rande von Madrid war das Ziel von Daniel Ochoa Olza. In dem Ort werden jährlich Anfang Mai mehrere mit Pflanzen und Blumen geschmückte Altäre aufgebaut, auf denen Mädchen, gekleidet wie Madonnen, sitzen – bewegungslos, still und ernst.

Die Zerstörung des Lebensraums der Orang-Utans auf Borneo durch die Rodung der Regenwälder und durch Wilderer klagt Tim Laman in seinen Bildern an. Nicht weniger eindrücklich sind die Bilder des Schweizer Fotografen Christian Bobst vom senegalesischen Ringkampf. Hinter allen Bildern steckt eine Geschichte.

Die Ausstellung„World Press Photo 16“ wird am 18. Februar um 10 Uhr offiziell eröffnet und ist bis zum 12. März im Oldenburger Schloss zu sehen. Geöffnet: dienstags bis sonntags 10–18 Uhr. Ein Katalog (239 Seiten, 27 Euro) ist am Eingang der Ausstellung erhältlich.

Zum Rahmenprogramm gehören Sonntagsmatineen (19. und 26. Februar, 5. und 12. März), Filmabende (20. und 27. Februar, 6. März) und Diskussionsveranstaltungen am 21. Februar („Die Pressefotografie ist weiblich. Manchmal“) im Kulturzen­trum PFL und am 28. Februar („Bilderflut im Netz“) im Technologie- und Gründerzen­trum.

Amateur- und Profifotografen sind aufgerufen zum Fotoslam am 9. März im Polyester-Klub. Einsendeschluss ist der 28. Februar. Informationen zum Wettbewerb unter www.mediavanti.de/fotoslam-ol.


Das komplette Programm unter ,   www.mediavanti.de 
Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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