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NWZonline.de Ratgeber

Hugo Junkers: Er schuf Ikonen der Technikgeschichte

25.04.2020

Dessau Er gilt als genialer Flugzeugkonstrukteur und Schöpfer einiger Ikonen der Luftfahrtgeschichte: Hugo Junkers (1859 bis 1935), Konstrukteur und Unternehmer. Vor 125 Jahren machte sich Junkers mit dem Unternehmen Junkers & Co in Dessau selbstständig, die Keimzelle vielfältiger unternehmerischer und konstruktiver Aktivitäten. Er starb, von den Nazis enteignet, vor 85 Jahren, am 3. Februar 1935 in Gauting bei München.

Von ihm stammt das erste zivile Passagierflugzeug nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland, die F 13 und das Verkehrsflugzeug Junkers W 33, mit 1928 dem die erste Atlantiküberquerung in Ost-West-Richtung gelang, und die Ju 52, ein dreimotoriges Verkehrsflugzeug in für Junkers charakteristischer Wellblechmanier.

Spuren seines Schaffens

Dass Junkers zwischen den Genres pendelte, mal als Forscher nützliche Dinge für den Haushalt entwickelte, den Flugzeugbau revolutionierte, und zahlreiche Hallen- und Hauskonstruktionen ablieferte, wird bei dem Ruhm oft übersehen, den ihm der Flugzeugbau eintrug. Junkers förderte das Bauhaus in Dessau, wo seine Fabriken standen, und wo viele Spuren seines Schaffens zu entdecken sind. Er experimentierte mit Häusern aus Metall, mit eleganten wie findigen Dachkonstrutionen für Nutzgebäude und Werkhallen.

Junkers wurde 1859 in Rheydt geboren, er kam nach Dessau, wo die Deutsche Continental Gasgesellschaft einen Ingenieur suchte für die Entwicklung eines Gasmotors. 1892 entstand die eigene Firma „Hugo Junkers, Civil-Ingenieur“. Er entwickelte ein Gerät zur Bestimmung des Heizwerts von Gasen, das patentiert wurde. Daraus entstand ein patentierter Gasbadeofen und ein Durchlauferhitzer. Diese Produkte entstanden bei Junkers & Co. Im Jahr 1897 erhielt Junkers einen Ruf an die Technische Hochschule Aachen. Er heiratete 1898 die Lehrerstochter Therese Bennhold (1876 - 1950) aus Dessau.

„Kaffee Wellblech“

Bereits 1910 ließ sich Junkers eine Wellblech-Tragfläche für Flugzeuge patentieren: ein dicker Tragflügel, der die Kraftstofftanks aufnehmen konnte. 1915 hob das erste Ganzmetallflugzeug J 1 ab, wegen ihrer Behäbigkeit „Kaffee Wellblech“ genannt. Gleich nach dem Ende des Krieges ließ Junkers die F 13 entwickeln, ein ziviles Flugzeug für vier Passagiere, die in einer beheizten Fahrgastkabine Platz nehmen konnten. Die Piloten freilich saßen in einem offenen Cockpit, was damals als notwendig angesehen wurde. Parallel investierte Junkers in den Passagierflug. Seine Flugzeuge verbanden schon 1919 Berlin mit Weimar, wo die verfassunggebende Versammlung tagte.

Technikmuseum

In Dessau erinnert das Technikmuseum Hugo Junkers an den genialen Konstrukteur und Unternehmer Hugo Junkers, der nicht nur Badeöfen, Heizkörper und Heizkessel, sondern auch Metallhäuser und -hallen und Flugzeuge konstruierte (Kühnauer Straße 161a).

    www.technikmuseum-dessau.org

Erster Passagier war der Dessauer Bürgermeister Fritz Hesse. Schulden führten dazu, dass Junkers 1926 seine Junkers Luftfahrt AG verlor, die mit der Deutschen Aero Lloyd zur Deutschen Luft Hansa fusionieren musste. 1926 war auch das Jahr, in dem Junkers in Dessau (im Kalorifer-Werk) Lamellendächer- und hallen aus Stahl bauen ließ. In Dessau steht auch eine der frühesten erhaltenen Lamellenhallen nach dem System Junkers (20 mal 25 Meter, 18 Lamellenlagen aus 576 Lamellen verschraubt). Und im 1926 erbauten Bauhausgebäude in Dessau wurden natürlich die charakteristischen Junkers-Lamellen-Heizkörper – demonstrativ mitten auf die Wand – verbaut. Ab Ende 1922 war in Deutschland wieder ziviler Flugzeugbau erlaubt. Junkers hatte schon früh die Eignung von Aluminium für den Bau tragender und stark belasteter Teile im Flugzeugbau erkannt. So entstanden die charakteristischen Wellblech-Konstruktionen: Die schon erwähnte F 13 (für vier Passagiere, auch im Bäderdienst nach Wangerooge und Norderney eingesetzt), die einmotorige W 33 (1926), die viermotorige G 38 (das damals größte Landflugzeug der Welt, 1929), die Ju 52 (1930, zunächst einmotorig als Frachtflugzeug, dann dreimotorig ab 1932) oder die Ju 49, eines der ersten mit Druckkabine, 1931).

Weggedrängt von Nazis

Junkers förderte das Bauhaus und dessen Umzug 1923 nach Dessau. Der Designer Marcel Breuer nutzte die technische Ausrüstung der Junkers-Werke für seine Stahlmöbel. Die Nationalsozialisten drängten Junkers 1933 aus seinem Unternehmen. Er musste die Aktienmehrheit an den Junkers-Werken abgeben und durfte sein Unternehmen nicht mehr betreten und auch keinen Kontakt zu seinen Mitarbeitern aufnehmen. Es war ihm verboten, sich im Flugzeug- oder Motorenbau zu betätigen. So widmete sich Junkers in Gauting dem Metallhausbau, wo „die Technik auch als schön empfunden werden kann“, so der Konstrukteur.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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