Die im Jahr 1572 gegründete Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel galt ­Jahrzehnte lang als die größte Bibliothek nördlich der Alpen und wurde als achtes Weltwunder bezeichnet. Ihre Bestände umfassen insgesamt etwa eine Million Medieneinheiten, darunter rund 11 800 Handschriften und mehr als 400 000 alte Drucke. Ein herausragendes Einzelwerk ist das Evangeliar Heinrichs des Löwen, das zwischen 1174 und 1189 entstand.

Herzog August der Jüngere (1579-1666) gliederte die Bibliothek in 20 Fachgruppen, die das gesamte Wissen der Welt ordnen sollten. Die Bibliothek beherbergt nach eigenen Angaben die größte Sammlung von Luther-Drucken weltweit.

Wegen ihrer Bestände aus Mittelalter und Früher Neuzeit gilt sie als wichtige Forschungsstätte für die Kultur dieser Epochen. Die Sammlung hat seit der Gründung durch Herzog Julius zu Braunschweig-Lüneburg (1528-1589) die Zeitläufe ohne größere Verluste durch Kriege, Feuer oder Wasser überstanden.

Von 1691 bis 1716 nahm der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) nebenberuflich das Amt des Bibliothekars an, reiste allerdings nur gelegentlich von Hannover nach Wolfenbüttel.

Auch Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) wirkte von 1770 bis zu seinem Tod in ­Braunschweig als ­Bibliothekar in Wolfenbüttel. Ihm ist es zu verdanken, dass zahlreiche im Bestand verborgene Schätze ans Licht der ­Öffentlichkeit kamen.