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NWZonline.de Ratgeber

Standmixer: Kraftprotze sind keine Leisetreter

17.10.2016

Berlin Sämige Smoothies schaffen alle. Der kleine Smoothie-Mixer für 20 Euro genauso wie der Hochleistungsmixer für knapp 900 Euro. Die Unterschiede zwischen den Mixern liegen vor allem in der Füllmenge, in der Vielfalt der Zubereitungsmöglichkeiten und der Haltbarkeit, berichtet die Zeitschrift „test“ (10/16). Im Dauertest versagten manche früh, vor allem Kitchen-Aid Artisan Magnetic Drive Blender. Eines haben alle Mixer gemeinsam: Sie verursachen mit voller Leistung für kurze Zeit mehr Krach als eine Waschmaschine im Schleudergang.

Kräuter hacken

Grüne Smoothies stehen hoch im Kurs. Die Farbe stammt von Salat, Kräutern und Gemüse. Selbst Kiwischalen und Radieschenblätter peppen Mixgetränke auf. Der Körper erhält damit viele nützliche Stoffe.

Das Wort Smoothie steht für weich, sanft, sämig. So soll das Getränk aus dem Mixer kommen. Im Labor mussten alle Geräte Äpfel, Ingwer, Spinat, Staudensellerie und Wasser mixen. Das Ergebnis gaben die Prüfer durch ein 2,5-Millimeter-feines Sieb. Am besten püriert der Vitamix, dicht gefolgt von Krups, Nutribullet und Bianco di Puro. Auch die übrigen Geräte liefern cremige Smoothies. Lediglich der Caso hinterlässt größere Stückchen.

Die großen Standmixer fassen mehr Volumen als die kleinen Smoothie-Modelle. Sie pürieren zudem Suppen, schlagen Majonäse und zerstoßen Eiswürfel. Die Messer der sogenannten Hochleistungsmixer mit mehr als 1000 Watt Leistungsaufnahme drehen sich mit hoher Leistung teilweise sehr schnell. Zutaten können sich bei längerer Betätigung durch Reibung erwärmen. Smoothies erwärmen sich leicht, wenn sie zu lange gemixt werden. Gastroback und Vitamix liefern Rezeptbücher mit, die unter anderem Anleitungen für heiße Suppen und selbst gemachte Sojamilch enthalten.

Viele Aufgaben erledigt auch ein Stabmixer. Zum Vergleich arbeiteten die Tester mit einem Braun MQ5137. Getränke und Babybrei mixte er gut, Majonäse und Pfannkuchenteig sogar sehr gut. Kräuter und Zwiebeln hackte er im mitgelieferten Zerkleinerer als Einziger im Test gleichmäßig klein. Viele Standmixer dagegen zerschlugen Petersilie und Zwiebeln in unterschiedlich große Stücke. Russell Hobbs schleuderte die Zwiebeln angehackt gegen die Gerätewand.

Wer einen Stabmixer mit Zubehör besitzt, braucht also keinen Standmixer – es sei denn, er möchte größere Mengen auf einmal zubereiten. Die Standmixer fassen bis zu zwei Liter. In den Becher des Stabmixers passt nur ein Drittel.

Alle Standmixer sind lauter als eine Waschmaschine beim Schleudern. Den größten Krach verursachte mit maximaler Leistung Kitchen-Aid mit gut 90 Dezibel. Das kann im Ohr schmerzen – selbst wenn der Mixer nur eine Minute rührt. Etwas weniger laut dröhnen Gastroback, Krups, beide Russell Hobbs, Vitamix und WMF Kult pro Power mit 88 bis 89 Dezibel. Bosch Silentmixx arbeitet mit 82 Dezibel vergleichsweise leise, scheiterte dafür am Babybrei. Die Messer drehten frei, kleine Fleischstücke blieben.

Verletzungsgefahr

Die kraftvollen Geräte sorgen nicht nur für Krach, sondern auch für Gefahr. Die Deckel fast aller Standmixer lassen sich bei laufendem Messer öffnen. Beim Hineingreifen können sie Finger verletzen. Oder heiße Flüssigkeiten können herausspritzen. In der Gastronomie sollen solche Geräte durch zusätzliche Gehäuse oder Sicherheitsschalter geschützt sein.

Diesen Schutz verdienen auch Privatanwender. Kitchen-Aid macht es vor. Der Krug steht fest im Gehäuse. Das Messer dreht nur mit geschlossenem Deckel. Urteil für die Sicherheit: sehr gut. Auch die kleinen Smoothie-Mixer sind sicher. Ihre Becher sind beim Mixen mit dem Motorblock verschraubt. Öffnen unmöglich.

Im Dauertest simulierten die Prüfer die Beanspruchung über etwa acht Jahre mit je zwei vollen Krügen pro Tag. Drei Kitchen-Aid-Geräte fielen im ersten Zehntel des Tests aus. Bei Vielnutzern hätten sie kein Jahr überlebt. Krug beziehungsweise Bodenplatte überhitzten, ein Antriebsriemen riss. Den vollen Dauertest überstanden nur fünf Geräte.

->  Für einfache Mixgetränke genügen kleine Smoothie-Mixer wie AEG SB2500 für 40,50 Euro, Nutribullet NBR-124M (97,50 Euro) oder WMF Kult X Mix&Go für 40 Euro. Sie fassen bis zu 600 Milliliter. Ein ganzer Liter mehr passt in den Braun JB 5160 (113 Euro). Neben Getränken mixt er zum Beispiel Pfannkuchenteig und emulgiert Majonäse. Dem Vitamix Professional gelingen die besten Smoothies und Eismixgetränke. Er ist vielseitig einsetzbar, kostet aber stolze 895 Euro.

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