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NWZonline.de Ratgeber

Gesellschaft: Lesen lernen mit Jasper und Lilly

02.03.2019

Menslage /Löningen Jasper thront auf dem Tisch in der St.-Vitus-Bücherei in Löningen (Kreis Cloppenburg), er hat die Ohren gespitzt und hört aufmerksam zu. Er scheint jedes Wort zu verstehen, das ihm die Kinder vorlesen. Jasper ist ein Lesehund und begleitet seit zwei Jahren Nicole von der Beeke (46) in die Bücherei. Einmal im Monat bietet sie dort die Lesehund-Aktion an.

„Tiere fragen und werten im Umgang mit Menschen nicht, sie sind authentisch und deshalb ideale Therapie-Assistenten“, weiß Nicole von der Beeke aus langjähriger Erfahrung. Sechs Jahre hat sie den tiergestützten Bereich einer Bremer Stadtteilfarm geleitet, bevor sie der Liebe wegen nach Menslage im Artland gezogen ist.

Dort gründete sie eine Familie und absolvierte die Fachschule für Heilerziehungspflege. Seit 2014 bildet sie mit den Hunden Lilly und Jasper ein Therapiebegleithundeteam, das nicht nur im Oldenburger Münsterland gefragt ist.

Der Nachmittag mit Jasper und Lilly in der St.-Vitus-Bücherei beginnt mit einem Ritual: Die Hunde begrüßen jedes der zehn Kinder persönlich. Dann gehen alle zur ausgebreiteten Hundedecke, und die Kinder verteilen Streicheleinheiten. Dann wird gelesen und gebastelt. Zum Abschluss überlegt sich jedes Kind ein Kunststück, das es mit Jasper und Lilly machen möchte.

Mit Tieren aufgewachsen

Nach den Osterferien startet die 46-jährige mit ihrer Hündin Lilly eine ähnliche Lesehilfe in der Löninger Gelbrinkschule. Lilly soll die Grundschüler motivieren, ihre Hemmungen abzubauen und durch entspanntes Zuhören das Vertrauen in die eigenen Lesefähigkeiten zu stärken. Dabei unterstütze die „akzeptierende Hündin“ durch ihre wertungsfreie Fehlerkorrektur das Kind, erklärt die Therapeutin.

„Ich bin mit Tieren groß geworden, weil wir zu Hause einen kleinen Zoo mit Fundtieren hatten, die wir aufgepäppelt haben“, erzählt Nicole von der Beeke, wie ihre innige Bindung zu Tieren entstanden ist. Im Therapieeinsatz schätzt sie das einfühlsame Verhalten ihrer Hunde ganz besonders, denn sie vermittelten den Kindern, ihren „Schützlingen“, ein Gefühl von Akzeptanz. Durch das Erleben von Nähe, Wärme und Kontakt fänden die Kinder Sinn und Anerkennung, fassten Vertrauen und lernten zudem viel über den artgerechten Umgang, die Haltung, Biologie und die Abstammung von Hunden.

Während der vier bis zehn Lerneinheiten achtet von der Beeke insbesondere auf die Einhaltung von Regeln zum Schutz der Kinder und ihrer Tiere. Dabei wird die Körpersprache von Lilly und Jasper unter die Lupe genommen. Viel Spaß machen die spielerischen Kommandos, die Führ- und Bodenarbeit mit den Hunden und natürlich auch das Malen, Basteln und Backen von Hunde-Leckerlis.

Traum von kleiner Farm

„Ich lege sehr viel Wert auf das Begrüßungsritual zwischen den Tieren und Kindern“, erklärt Nicole von der Beeke. Auch in die Raumgestaltung mit Teppichfliesen, einer Decke und einem Hundetrinknapf bezieht sie die Kinder mit ein. Denn ihr Selbstbewusstsein und die Impulskontrolle sollen durch die Arbeit im Therapiebegleithundeteam gestärkt werden.

„Die ausgebildeten Hunde spiegeln die jeweilige Situation. In unseren gemeinsamen Übungen lernen die Kinder sich zurückzunehmen oder sich durchzusetzen und ihre Angst abzubauen“, setzt die Pädagogin auf ihre intelligenten Vierbeiner.

Am liebsten würde von der Beeke die tiergestützte Interaktion in einem Ganztagsangebot in der offenen Kinder- und Jugendarbeit anbieten. Ihr großer Traum ist eine kleine Farm mit verschiedenen Tieren, wohin die Kinder kommen dürfen, wann immer sie wollen. „Dafür suche ich noch Investoren“, hofft sie auf Unterstützung.

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