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NWZonline.de Ratgeber

Mit Sammel-Taxi aufs weite Meer

27.07.2019

Norddeich Es ist ganz früh am Morgen, der Hafen von Norddeich liegt noch in den letzten Zügen seiner nächtlichen Ruhe. Doch dicht an der Kaikante im Osthafen sammelt sich eine Gruppe auffallend in Leuchtfarben gekleideter Männer mit in großen Rucksäcken und kleinen Containern verstautem Material. Sie warten auf ihr „Sammel-Taxi“ zur Fahrt an ihren Einsatzort in den Offshore-Windparks weit vor der nordwestdeutschen Küste.

Seh-Erlebnis auf Borkum

Aber nicht nur sie fallen dem frühmorgendlichen Spaziergänger auf, sondern auch ihre überwiegend in Katamaranform gebauten und für Tourismusgebiete eher unüblichen Tender. Mit den Schiffen werden sie zu den Windanlagen transportiert, zwischen den Türmen und Plattformen versetzt und abends wieder zurück in den Hafen von Norddeich gebracht. Immer wieder ein Seh-Erlebnis für viele Touristen – auch auf Borkum und Norderney.

Gut zehn Jahre ist es her, dass diese neue Hafennutzung, parallel zum Bau der ersten Windkraftanlagen auf See, ihren Anfang genommen hat. Zunächst mit Schiffen, die ursprünglich andere Aufgaben zu erfüllen hatten. Pionierschiffe waren die ehemaligen Rettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger MS „Emswind“ (ehemals „Ossi Barck“) und die MS „Emsstrom“ (ehemals „Eiswette“).

Beide Schiffe wurden grundlegend erneuert und auf den damals neuesten Stand der Offshore-Technik gebracht. Zudem erhielten sie für ihre neue Aufgabe spezielle Ausrüstungen wie einen „Rescue Star“ zur Rettung von Schiffbrüchigen, ausgeklügelte Überstiegshilfen zu den Offshore-Anlagen und spezielle Fender.

Als „Start-Ups“ in diesem neuen Arbeitsbereich vor der deutschen Küste taten sich vor allem zwei große Fährreedereien hervor: die AG Ems aus Emden und die Reederei AG Norden-Frisia aus Norddeich/Norderney. Und die Reederei Frisia wagte sich 2009 auch an einen Neubau in eigens entwickeltem Design: den 22-Meter langen Katamaran „Wind Force I“.

Wetterfeste Männer

Heute, wo im deutschen Teil von Nord- und Ostsee mehr als 1350 Windkraftanlagen in riesigen Windparks stehen, haben sich beide Pioniere längst im Markt mit ausgefeilten Service-, Wartungs- und Versorgungskonzepten sowie passenden Transportmitteln für Personal und Material etabliert.

Bei den Versorgungsschiffen konzentrierte man sich auf die bis zu 30 Meter langen CTV (Crew Transfer Vessel) für 24 Servicetechniker und 120 Tonnen Eigengewicht. Sie bieten einen hohen Komfort, vor allem aber einen zügigen Transfer (20 und 25 Knoten) und sicheren Zugang (bis zwei Meter Durchschnittswelle) zu den Anlagen auf See.

Die Männer, die am Morgen in Norddeich auf ihren Einsatz warten, haben alle eine Offshore-Zusatzausbildung. Windgeschwindigkeit, Wellengang, Strömung und Sicht (Seenebel, Regen, Schnee, Wolken oder Dunkelheit) bestimmen ihren Arbeitsort.

Ihre Einsätze in den Windparks können bestenfalls wenige Tage im Voraus geplant werden, oftmals erst am gleichen Tag und nicht selten erst vor Ort. Manchmal wird erst dort klar, das die Wellen doch zu hoch für einen sicheren Überstieg auf die Windkraftanlagen sind. Manchmal kommen die Männer auch nicht am selben Tag wieder herunter von den Anlagen. Denn über allem steht die Sicherheit für alle.

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