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NWZonline.de Ratgeber

28. Filmfest Oldenburg: Wo Stars nicht auf dem roten Teppich bleiben

11.09.2021

Oldenburg Blitzlichtgewitter, ein roter Teppich, darauf sich seltsam-albern benehmende Männer und leicht bekleidete Frauen, und Filme, laut und roh und blutig, die niemand versteht: Die Geschichte des Internationalen Filmfests Oldenburg ist auch zur 28. Auf­lage voller Vorurteile und ­Klischees.

Deshalb ist es hilfreich, einmal jährlich ­Menschen von außerhalb ­einzuladen, um den Blick auf „Das größte kleine Festival in Europa“ zu lenken, wie „The Hollywood Reporter“ schrieb. Die Zukunft des Kinos liegt – im Kino, sagte Scott Rox­borough, Leiter des Europa-Büros dieses weltweit be­deutenden Branchenmagazins. „Wir werden nach Corona eine ­Auslese erleben. Mittelmäßige Filme werden aus den Kinos verschwinden und gleich im Streaming zu sehen sein. Die ganz großen Filme dagegen – Blockbuster einerseits, be­sondere Filme wie ­,Nomadland‘ andererseits –, die die Großbild­leinwand brauchen, werden weiter in ­Kinos gesehen, und die Menschen werden weiter Sehnsucht danach haben.“ Auch deswegen ist „The Hollywood Reporter“ mit Europa-Chef Roxborough so sehr angetan vom Internationalen Filmfest Oldenburg, das in seiner 28. Auflage vom 15. bis 19. September als weitgehend physisches Event mit Gästen und Publikum statt­finden wird.

Dass unabhängiger (Fachbegriff „Independent“) Film als ­ Nischen-Genre in der geografischen Nische Deutschlands bestens aufgehoben, hat sich bis in die Hauptstadt ­herumgesprochen. „Festivals sind nur mit Herzblut und ­Enthusiasmus überlebens­fähig“, sagte jüngst Dieter ­Kosslick, knapp 20 Jahre lang Leiter der berühmten „Berlinale“ und natürlich exzellenter Beobachter der Branche, dieser Zeitung. „Und hier hat Oldenburg gleich mehrere ­Asse im Ärmel: das Filmfest, Torsten Neumann und ein ­kinobegeistertes Publikum. Das sind die ­Garanten, dass auch das Internationale Filmfest auch den 100-jährigen ­Geburtstag feiern kann.“

Oldenburgs Festivalleiter Torsten Neumann ist überzeugt: „Die mediale Präsenz wird unserem Filmfest und vor allem dem hier präsentierten unabhängigen Kino eine globale Aufmerksamkeit und Wertschätzung gewähren, die gerade in diesen Zeiten des medialen Wandels ein wich­tiges Zeichen für Filmkultur und Kinos setzen“.

Anders als bei den Festivals in Berlin, Cannes oder Venedig kommen prominente Regisseure, Darsteller und Autoren meist freiwillig und mit gespanntem Interesse nach Oldenburg. Diese Neugier und Freude ist auch beim Publikum sichtbar – bis hinein ins Stadtbild: Man denke an den tiefenentspannten Nicolas Cage im Jahr 2016, der sich stundenlang in der Fußgängerzone aufhielt und für Selfies posierte.

Im vergangenen Jahr musste die Präsenz des Filmfestes während der Pandemie im ­Digitalen bleiben. „2020 war ein Ausnahmejahr, und das 27. Oldenburger Filmfest ein Ausnahme-Event. Denn wir können nur existieren, wenn der Film zu den Menschen, und die Menschen zu ihrem Film kommen. Im vergangenen Jahr wusste niemand, was auf uns zukommt. Deshalb war es so, wie es ablief, okay“, sagte Neumann rückblickend über den Hybrid aus Digital und Analog.

Für die vernetzte Branche weltweit wird es auch diesmal einen digitalen Anteil an Screenings geben. Dieses Format sei tauglich, den professionellen Blick von überall auf Oldenburg zu richten. Das wirkliche Leben und die Auseinandersetzung mit dem Film findet aber an den fünf tollen Tagen endlich wieder live und in Farbe statt.

Oliver Schulz Leitender Redakteur / Redaktion Kultur/Medien
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Klaus Fricke
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