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NWZonline.de Ratgeber

Die faszinierende Seite der Plagegeister

25.08.2018

Oldenburg Sie schwirren, krabbeln, stechen, belagern den Kuchenteller, rauben den Schlaf oder reizen die Haut. Kurz: Sie nerven. Für viele Menschen überwiegen bei Insekten die negativen Assoziationen. Nimmt man die vermeintlichen Plagegeister aber genauer unter Lupe, zeigen sich ganz andere Seiten.

Dieser faszinierenden Facette der kleinen Tiere widmet sich das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg in der Sonderausstellung „Unseren Insekten ganz nah“. Mit 19 großformatigen Detailaufnahmen zeigt Kurator Michael Demanowski, wissenschaftlicher Volontär im Landesmuseum, was dem menschlichen Auge entgeht: spannende Merkmale, Besonderheiten und Fähigkeiten der heimischen Insektenwelt. Sieben der Ausstellungsstücke kommen aus dem Weser-Ems-Gebiet: der Feldsandlaufkäfer, die Gemeine Maulwurfsgrille, der Schlehen-Bürstenspinner, der Gelbrandkäfer, der Gewöhnliche Eichelbohrer, der Blutrote Schnellkäfer und der Buchdrucker.

Rätselspaß inklusive

Die Schau soll einen Denkanstoß geben in der Zeit des massenhaften Insektensterbens. Sie ist so konzipiert, dass der Besucher nicht allein die beeindruckenden Bilder sieht, sondern auch noch Rätsel- und Lernspaß erlebt. Bei machen Fotos ist viel Fantasie gefragt, welche Funktion das dargestellte Detail erfüllt.

So beispielsweise bei der „Gemeinen Wespe“, ein meist ungern gesehener Gast am Gartentisch. Schaut man sie ganz genau an, zeigt sich Erstaunliches. Die Wespe verfügt neben ihren Facettenaugen über drei weitere einfache Punktaugen, Ocellen genannt, mit denen sie sich an der Sonne orientiert.

Ein anderes, eher schlüpfriges Beispiel liefert das Insekt des Jahres 2018: die Gemeine Skorpionsfliege. Ihr an einen Stachel erinnernder Hinterleib wird nämlich nicht zur Verteidigung, sondern zur Paarung eingesetzt. Mit ihm klammert sich die männliche Skorpionsfliege an den Hinterleib des Weibchens. Und auch das Männchen des im Wasser lebenden Gelbrandkäfers hat ein besonderes Instrument zur Paarung. Mit winzigen Saugnäpfen an den Vorderbeinen hält es sich am Weibchen fest.

Wer genug gerätselt hat, erhält hinter sich die Auflösung. Gegenüber den Fotodrucken finden sich jeweils die Erläuterungen sowie die Originale aus der historischen Insektensammlung des Landesmuseums.

Die Bilder hat Demanowski mithilfe eines Stereomikroskops erstellt, das eine 55-fache Vergrößerung ermöglicht. Über einen Adapter kann das Detailbild mittels Kamera festgehalten werden. Bis zu hundert Einzelaufnahmen ergeben – mit einer speziellen Software zusammengefügt – die gestochen scharfen dreidimensionalen Großaufnahmen.

Fotogen und spektakulär

Das Lieblingstier von Kurator Michael Demanowski ist der Feldsandlaufkäfer. Er zähle zu den schnellsten Insekten der Welt, sein imposantes Mundwerkzeug mache ihn zu einem „supereffizienten Jäger“, was Ameisen, Spinnen oder andere Käfer zu spüren bekommen. „Ein äußerst fotogenes Tier“, schwärmt der Experte. Auch der Igelkäfer hat es ihm angetan: „Spektakulär“ sei der.

Das Landesmuseum hofft, dass diese Begeisterung auf die Besucher überspringt und so das Bewusstsein wächst, dass Insekten nicht nur lästig, sondern auch schön und schützenswert sind.

Und dass sie, so denn die Scheu überwunden wird, als Nahrungsmittel auch einen wichtigen Beitrag zur Lösung weltweiter Ernährungs- und Umweltprobleme leisten können.

Irmela Herold Redakteurin / Online-Redaktion
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