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Tierwohl Damit es ihnen gut geht: Hühner auf Probe

Melanie Jülisch

Oldenburg - Erst skeptisches Beobachten, dann warnendes Gegacker: Peter, Anton und Felix haben alles genau im Blick. „Unsere Hähne sind sehr fürsorglich, damit ihren Hennen auch ja nichts passiert“, erklärt Jan Christian Laumen das Verhalten gegenüber Fremden. Dass die stolzen Hähne sogar einen Namen tragen, verdanken sie Emma (3) und Anna (2).

Mit Vater Jan oder Mutter Vivien schauen die beiden häufig nach den schwarz-weißen Zwerg-Wyandotten und den Schwedischen Blumenhühnern, versorgen sie mit Körnern, sammeln die Eier ein oder streichen ihnen über die weichen Federn. „Kinder suchen noch mehr die Nähe zum Tier als Erwachsene. Sie lernen dadurch auch, Verantwortung zu übernehmen“, so Jan Christian Laumen.

Einige der prächtigen Tiere haben die beiden Mädchen bereits als flauschiges Küken kennengelernt. „Die Hühner brüten einige Eier aus, sodass wir immer eine Nachzucht haben“, freut sich der 40-Jährige, der auch Vorsitzender im Verein „Haar und Feder“ ist. Immerhin, im Schnitt legen die Tiere nur etwa drei Jahre lang wirklich gut. „Es sind aber auch so tolle Tiere“, fügt Ehefrau Vivien hinzu. „Es macht auch Spaß, ihnen einfach nur zuzusehen.“

Der mobile Stall

„Viele Menschen, oftmals auch Familien mit Kindern, liebäugeln mit der Haltung von Hühnern. Meistens haben sie jedoch keine Vorstellung davon, wie aufwendig das Ganze ist. Die Tiere müssen morgens aus dem Stall gelassen und abends hineingebracht werden, sie brauchen Trinken und Futter, und man muss immer wieder nachsehen, ob es ihnen gut geht. Auch wer gern in den Urlaub fährt, sollte sich vorher genau überlegen, ob es jemanden gibt, der die Hühner zuverlässig versorgen kann“, so Jan Christian Laumen, der festgestellt hat, dass insbesondere nach der Corona-Zeit auffällig viele Hühner im Tierheim abgegeben worden sind.

Daher bietet der Verein „Haar und Feder“ jetzt einen selbst gebauten, ein Quadratmeter großen mobilen Stall zum Mieten in Oldenburg und der Umgebung an. Befestigt ist dieser auf einem Bollerwagen. Dazu gibt’s einen 25 Meter langen Steckzaun für den Auslauf im Garten. Hühnerfans können sich damit unter fachkundiger Aufsicht vier Wochen lang in der Haltung von Hühnern probieren. Daher gehören auch drei Hennen dazu – mit oder ohne Hahn. „Wir haben uns für Zwerg-Wyandotten entschieden: Sie sind sehr ruhig und gelassen – und damit auch für Anfänger leicht zu halten. Außerdem werden sie recht schnell zahm, was besonders für Kinder sehr schön ist. Schwedische Blumenhühner sind viel aktiver – also eher etwas für Fortgeschrittene.“

Engagierter Verein

Seit fast 20 Jahren sind Vivien und Jan Christian Laumen Mitglied im Verein „Haar und Feder“ – auch wenn es zu dem Zeitpunkt noch keine Hühner im heimischen Garten gab. „Dafür hatten wir die Kaninchen meines Opas, in dessen Haus wir damals gezogen sind. Die Hühner kamen 2008 dazu.“ Derzeit 40 Mitglieder gehören zum Verein, dennoch würde man sich über Zuwachs freuen. „Es ist ein recht junger Verein. Wir sind offen für alle Hobbyhalter, es müssen also keine Züchter sein, die ihre Rassetiere ausstellen wollen. Der Austausch ist gut, und wir stellen ziemlich viel zusammen auf die Beine.“

Zu den Projekten des engagierten Teams gehört beispielsweise die Gestaltung der idyllischen Bauernhofwelt auf der Oldenburger Messe „Mein Tier“. Ein wichtiges Anliegen ist neben der Präsentation verschiedener Tierrassen die Information der Besucher durch die jeweiligen Experten.

Hennen brauchen Licht

Vivien und Jan Christian Laumen selbst versuchten ihr Hühnerglück zunächst mit der japanischen Zwerghuhnrasse Chabo. Später kamen dann die amerikanischen Zwerg-Wyandotten und die Schwedischen Blumenhühner hinzu. Die Farbe der Federn und die Futterzusammensetzung bestimmen übrigens die Nuancen der Eierschale und des Eigelbs. „Gibt man beispielsweise stark maishaltiges Futter, ist das Eigelb ziemlich dunkel. Und unsere Schwedischen Blumenhühner legen cremefarbene Eier.“

Was viele nicht wissen: „Um gut legen zu können, brauchen die Hennen genügend Licht. Das sollte man bei der Wahl der Rasse berücksichtigen, wenn man auch im Winter gerne regelmäßig ein Frühstücksei hätte.“

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