Oldenburg - Auch Oldenburg erlebte die kuriose Uraufführung eines Schumann-Konzertes, die sich im Nachhinein als echte herausstellte. 1860 spielte die Hofkapelle im Sinfoniekonzert das Cellokonzert a- Moll mit dem hauseigenen Solocellisten Ludwig Ebert. Man war dabei der Meinung, dass es längst woanders uraufgeführt worden sei. Erst Jahre später änderte sich das Bild.

Das erste Mal überhaupt hatte es der tüchtige Oldenburger Ebert zwar vor dem Oldenburger Sinfoniekonzert im Leipziger Konservatorium gespielt – aber nur mit Klavierbegleitung. Als erste Aufführung mit Orchester galt lange der Auftritt von David Popper 1867 in Breslau. Erst später wurde offenkundig, dass Oldenburg sieben Jahre früher dran gewesen war.

Schumann selbst hatte sein Cellokonzert auch für Violine eingerichtet, weil er sich davon eine weitere Verbreitung versprach. Doch während die Celloversion rasch akzeptiert war, wurde die Violinfassung noch später uraufgeführt als sein „richtiges“ Konzert in d-Moll. Saschko Gawriloff spielte in der Kölner Philharmonie am 29. November 1987 den Solopart, 137 Jahre nach der Komposition. Walter Gillessen begleitete mit dem Westfälischen Sinfonieorchester Recklinghausen. Die Generalprobe zu dieser Uraufführung am gleichen Tag ist ebenfalls auf der CD festgehalten.