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NWZonline.de Ratgeber

Im Wandel: Mit frischem Blick auf Industriebrachen

06.03.2021

Oldenburg Ein Flughafen wird zur Freizeit- und Event-location, ein Kernkraftwerk zum Vergnügungspark und ein Bergwerk zum tiefsten Konzertsaal der Welt mit gerühmter Akustik. Der Oldenburger Professor für Informatik und Fotograf Wolfgang Nebel hat ehemalige deutsche Industrieanlagen mit neuen Nutzungskonzepten besucht und auf großformatige Fotos gebracht. Fünf Transformationen, die ihre Erbauer sicher nicht auf dem Schirm hatten.

bergwerk Merkers

1925 fuhren in Merkers am Nordrand der thüringischen Rhön erstmals Bergleute zum Abbau von Salzen unter Tage ein. Fast 70 Jahre lang schafften sie mit dem größten Schaufelradbagger der Welt in der damals weltgrößten Kalifabrik Kali und Salz ans Tageslicht. Bis das 4600 Kilometer lange Stollennetzwerk überflüssig wurde, weil sich die Förderung nicht mehr lohnte. Oberirdisch prägten Abraumhalden sowie Fördertürme und Zweckbauten das Bild.

Statt Endlager für gefährliche Abfälle oder Salzheilstollen machte die K+S AG daraus 1991 ein Erlebnisbergwerk. Jetzt bringen Förderkörbe die Besucher 500 Meter tief zu den Mannschaftswagen, mit denen sie etwa 21 Kilometer durch die Stollen fahren.

Die Route führt in den tiefsten Konzertsaal der Welt, den sogenannten Großbunker, der es in Größe und Akustik mit einem gotischen Dom aufnehmen kann. Auch die erst 1980 entdeckte Kristallhöhle mit gigantischen Salzkristallen gehört zu den Höhepunkten der Tour.

Park Duisburg-Nord

Nach der industriellen Revolution sorgten neue Produktionsverfahren dafür, dass die Eisen- und Stahlindustrie zu einer bedeutenden deutschen Branche wurde. Duisburg war dafür wegen seiner Nähe zur Kohleförderung und an der Mündung der Ruhr in den Rhein ein wichtiger Standort – bis 1985 modernere Betriebe günstiger produzierten. Da wurde der letzte der fünf Hochöfen stillgelegt. Zurück blieb die Ruine eines gigantischen Hüttenwerks auf einem 180 Hektar großen Gelände in Duisburg-Meiderich. Aus dieser Industriebrache wurde 1994 ein Landschaftspark, der Geschichte, Natur und Freizeitvergnügen vereint.

Im Gasometer trainieren Taucher in einer vielseitigen Unterwasserlandschaft. Ein Teil der Erzbunkeranlage dient als alpiner Klettergarten, in der Gießhalle des Hochofens 2 ist ein Hochseilparcours eingerichtet. Und der begehbare Hochofen 5 bietet einen Panoramablick übers Ruhrgebiet.

Wunderland Kalkar

Der „Schnelle Brüter“ in Kalkar am Niederrhein war 1985 nach 13 Jahren Bauzeit endlich fertig. Statt aber in Betrieb zu gehen, wurde der Bau angesichts des Atomunfalls in Harrisburg (USA) und nach heftigen Protesten der Anti-Atomkraft-Bewegung eine der größten deutschen Investitionsruinen.

Ein niederländischer Unternehmer verwandelte das Kraftwerk 1995 mit Fahrgeschäften, Sportanlagen, Restaurants und Hotels in eine Kunstwelt namens Wunderland Kalkar. Im Innern bringt ein Kettenkarussell die Gäste 58 Meter hoch über den Rand, wo sie die grüne Flusslandschaft überblicken können.

Flughafen Tempelhof

Der Berliner Flughafen Tempelhof ist ein Stück deutscher Zeitgeschichte: In den 1920er Jahren auf dem Gelände eines Exerzierfeldes errichtet, war er bald der Flughafen mit den meisten Passagieren Europas. In den 1930er Jahren wurde der elliptisch angelegte Gebäudekomplex mit integrierten Hangars errichtet, der bis heute dort steht. Nach dem Krieg errichteten die Amerikaner hier ihre Luftbrücke für die geteilte Stadt. 2008 schloss der Flughafen.

Zwei Jahre später wurde das Tempelhofer Feld mit 300 Hektar die größte innerstädtische Freizeitfläche der Welt. Die Berliner nutzen das weite Gelände zum Radeln, Skaten, Joggen, Spazierengehen, Grillen oder Drachen steigen lassen. Touristen können in drei Touren die Größe des Gebäudes und seine Dachkonstruktion erleben. Eine Galerie auf dem Dach, das Alliiertenmuseum in Hangar 7 und das Besucherzentrum am Platz der Luftbrücke bereiten die Zeitgeschichte auf. Der Tower soll Gästen ab 2022 einen 360-Grad-Blick ermöglichen.

Bunker Valentin

Wie kann man eine durch Zwangsarbeit entstandene U-Boot-Werft im heutigen Bremer Stadtteil Rekum nutzen, die seit 1935 ein Vorleben als Treibstofflager im Rahmen der Kriegsvorbereitung hatte? Das war die große Frage, nachdem die Bundesmarine 2010 aus dem unübersehbaren Relikt der nationalsozialistischen Rüstung für den Seekrieg ausgezogen war.

Die Sprengung des Hochbunkers kam nicht infrage. So machte die Bremer Landeszentrale für politische Bildung 2015 daraus eine Gedenkstätte mit Seminar-räumen, einem Infozentrum und eigenem Ausstellungs- bereich, der auch für Kunstaktionen genutzt wird.

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Der Oldenburger Professor für Informatik und Fotograf Wolfgang Nebel (64) hat ehemalige Industrieanlagen fotografiert, die heute als Freizeiträume genutzt werden. Das Projekt „Transformation Beyond Imagination“ zu sehen unter


     www.wolfgangnebel.com 
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