Im Nordwesten - Nicht jeder Mensch, der ein Muttermal oder Sommersprossen hat, bekommt Hautkrebs. Aber dennoch ist Vorsicht geboten. Denn vor Hautkrebs, dessen Rate derzeit Jahr für Jahr ansteigt, kann man sich schützen, sagt Dr. Florian Löhr, Oberarzt und Zentrumskoordinator des Hauttumorzentrums Oldenburg. Ursächlich für die Erkrankung seien falsche Gewohnheiten und dazu zählen übermäßige Sonnenbäder ohne ausreichenden Schutz.
Bräune sollte kein Schönheitsideal sein
„Auch ich verbringe meinen Sommer nicht im Keller“, sagt der 49-jährige Mediziner. Aber der sicherste Schutz bestehe darin, übermäßige Sonneneinwirkung zu vermeiden. Und so setzt auch der Arzt auf eine Kombination aus chemischen (Sonnenmilch) und textilem Sonnenschutz, wenn er
sich im Freien aufhält. Lichtschutzfaktor 50 ist optimal, sagt Dr. Löhr. Dabei sei das teuerste Produkt nicht immer das beste. „Das sollte jeder selbst entscheiden, ob er es sprühen möchte oder als Sonnenmilch anwendet. Hauptsache es wird überhaupt verwendet, der Lichtschutzfaktor ist hoch und man empfindet den Sonnenschutz als angenehm auf der Haut“, rät der Oberarzt. Unbekleidete Stellen sollten mit Sonnenschutzmittel eingerieben werden.
Die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr sollte gemieden werden – genauso wie der Gebrauch von Solarien. „Wir sollten eine gebräunte Haut nicht als Schönheitsideal sehen“, sagt Dr. Florian Löhr. Denn die Bräune ist ein Schutz und eine Anpassungsreaktion der Haut bei Sonnenbestrahlung, um die Hautzellen vor einem nachhaltigen UV-Schaden zu bewahren. Die Melanozyten produzieren Melanine, die UV-Strahlung absorbiert und die Haut färbt.
Dabei ist die Melanin-Produktion – und es gibt zwei Varianten (Eumelanin und Phäomelanin) – variabel. Menschen mit einer hohen Eumelanin-Produktion bräunen schneller und sind weniger sonnenempfindlich, dagegen neigen die mit einer geringen überwiegenden Phäomelanin-Produktion schnell zu Sonnenbrand. „Das sind die hellen Hauttypen“, erklärt Dr. Löhr. Man unterscheidet dabei sechs Hauttypen.
Die ABCD-Regeln
Um eventuelle Veränderungen an Leberflecken oder Muttermalen besser selbst einordnen zu können, empfiehlt Dr. Florian Löhr die ABCD-Regeln.
A wie Asymmetrie: Ein neuer dunkler Hautfleck ist ungleichmäßig geformt, also nicht gleichmäßig rund, oval oder länglich. Eine Hälfte gleicht nicht der anderen.
B wie Begrenzung: Ein dunkler Hautfleck hat verwischte Konturen oder wächst ausgefranst in den gesunden Hautbereich.
C wie colour (engl. Farbe): Hat ein Muttermal mehrere Farbtönungen, muss es genau beobachtet werden, so der Mediziner. Ist es deutlich dunkler als andere, sollte eine Abklärung durch den Hautarzt erfolgen.
D wie Durchmesser: Der Durchmesser eines Bleistiftes ist das Maß, sagt der Oberarzt. Pigmente, die größer als fünf Millimeter im Durchmesser sind oder eine Halbkugelform haben, sollten kontrolliert werden. „Wenn ich zwei dieser Kriterien als erfüllt sehe, kann ich den Fleck operieren. Bei mehr als zwei erfüllten Punkten, sollte man auf jeden Fall den Leberfleck entfernen“, rät Dr. Florian Löhr.
