Im Nordwesten - Endlich im Ruhestand. Die harten Tage sind vorbei, als Rentnerinnen und Rentner können die Menschen die Früchte ihrer Arbeit genießen. So oder so ähnlich stellen sich viele den Eintritt in die Rente vor. Doch: „So einfach ist das nicht. Der Ruhestand ist nicht der Ort der Glückseligkeit“, sagt Manfred Kluth aus Leer.
„Viele Ruheständler fangen erstmal damit an, die Garage aufzuräumen – oder sie freuen sich auf eine Kreuzfahrt. Aber irgendwann ist die Garage aufgeräumt und es stellt sich die Frage: Wie viele Kreuzfahrten will man denn machen?“ Auf der einen Seite steht also das sogenannte Pensionsloch und damit eine gewisse Leere, unter der viele Menschen im Ruhestand leiden. Auf der anderen Seite gebe es Betroffene, die vom ersten Tag ihres Renteneintritts an weiter arbeiten müssten, um finanziell über die Runden zu kommen. Für die meisten Menschen ist der Ruhestand daher eine echte Herausforderung. Manfred Kluth ist sicher: „Es ist wichtig, dass sich die Menschen frühzeitig Gedanken um die Zeit nach dem Renteneintritt machen.“ Der 65-Jährige hat deswegen zusammen mit weiteren Unterstützern den Verein „Chance Ruhestand“ gegründet.
Baby-Boomer gehen in Rente
Im gesamten Weser-Ems-Gebiet bis hinein in die Niederlande möchte der Verein Menschen helfen, sich auf den Ruhestand vorzubereiten. Der Bedarf dürfte groß sein: In den nächsten 15 Jahren werden die zahlenmäßig stärksten Jahrgänge, geboren zwischen 1957 und 1969, in den Ruhestand gehen. Bis 2030 werden also weitere acht Millionen Menschen ins Renteneintrittsalter kommen. Und das hat nicht nur erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen, sondern auch auf die einzelnen Personen und damit auf die ganze Gesellschaft. Manfred Kluth warnt: „Der Eintritt in den Ruhestand ist der Beginn eines neuen Lebensabschnitts – und das ist nicht für alle Menschen einfach. Wer sich nicht frühzeitig damit beschäftigt, könnte darunter leiden.“ Das oberste Ziel des Vereins sei daher die Zufriedenheit der Menschen im Ruhestand. „Wir wollen Menschen erreichen und ihnen helfen, etwas Sinnvolles zu machen.“
Der Ruhestand ist für viele Menschen die langersehnte Zeit der Erholung. Doch die neu gewonnene Freizeit ist auch eine Herausforderung.
ImagoChance für Unternehmen
Der Verein „Chance Ruhestand“ hat sich daher auf die Fahnen geschrieben, die angehenden Rentnerinnen und Rentner auf ganz unterschiedliche Art zu unterstützen. Dazu sollen Seminare angeboten werden, in denen Spezialisten unter anderem über finanzielle, aber auch über psychologische Zusammenhänge sprechen und wertvolle Tipps geben. Aber auch Unternehmen sollen angesprochen werden: Sie spielen für den Übergang ihrer Mitarbeiter in den Ruhestand eine große Rolle. „Wenn Unternehmen es schaffen, ihre Mitarbeiter mit Seminaren und Coachings frustfrei in den Ruhestand zu entlassen und sie vielleicht sogar noch weiter einzubinden, profitieren auch die Unternehmen“, sagt Manfred Kluth. „Sie können dann bei Bedarf auf das wertvolle Wissen ihrer ehemaligen Mitarbeiter zurückgreifen.“
Berlin - Das Bundeskabinett hat das Rentenpaket II beschlossen. Die Ministerrunde machte am Mittwoch den Weg für die Pläne von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) frei, wie es aus Regierungskreisen hieß.
Zuvor hatte die Koalition monatelang über die Pläne gerungen. Das Finanzressort blockierte den Gesetzentwurf zuletzt noch im Streit um den Bundeshaushalt. Mit dem Kabinettsbeschluss ist nun der Bundestag am Zug. Das Bundeskanzleramt hatte zuvor die Länder um Fristverkürzung gebeten, so dass der Bundesrat die Reform bereits in seiner Sitzung am 5. Juli beraten kann.
Mit dem Rentenpaket soll festgeschrieben werden, dass die Renten auch künftig im Einklang mit den Löhnen in Deutschland steigen. Dazu soll das Rentenniveau bei 48 Prozent fixiert werden. Zudem soll ein Generationenkapital eingerichtet werden: Die Regierung will bis Mitte der 2030er Jahre mindestens 200 Milliarden Euro größtenteils aus Schulden des Bundes am Aktienmarkt anlegen. Mit den Zinserträgen soll der erwartete deutliche Anstieg der Rentenbeiträge gedämpft werden.
Nicht zuletzt möchte der Verein „Chance Ruhestand“ auch Plattform für den Austausch von Unternehmen und Ruheständlern sein, die weiterhin arbeiten möchten oder müssen. „Unternehmen, die sich in unserem Verein vernetzen, können sich damit zumindest teilweise auf den bevorstehenden Fachkräftemangel vorbereiten. Auch, wenn ein Ruheständler natürlich keine 40-Stunden-Fachkraft ersetzen kann.“ Damit kennt sich Manfred Kluth besonders gut aus: Als Vorstandsmitglied von „Generation Ü“ hat er viel Erfahrung damit, Ruheständler und Unternehmer miteinander zu vernetzen.
Chance für den Einzelnen
Doch nicht nur eine Beschäftigung in einem Unternehmen, sondern auch ein sinnstiftendes Ehrenamt können den Ruhestand bereichern. Deswegen arbeitet Monika Fricke, Leiterin der Stabsstelle Ehrenamt und Freiwilligenagentur des Landkreises Leer, in dem neuen Verein mit – sie hatte sogar die Idee zur Gründung. Und dabei geht es nicht nur darum, dass Ehrenämter und Vereine eine wichtige Stütze der Gesellschaft sind, es geht ihr auch um die Zufriedenheit der einzelnen Ruheständler. Denn, sagt Monika Fricke: „Menschen, die ihre Talente und Fähigkeiten weiter einsetzen können, bleiben nachweislich gesünder.“
Der Verein „Chance Ruhestand“ ist gerade neu gegründet worden. Telefonisch erreichbar ist er unter Tel. 0151/53431219 (Manfred Kluth). Die Internetseite www.chance-ruhestand.de befindet sich im Aufbau.
