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NWZonline.de Ratgeber

Ausflugsziel: Traumhafter Alleenstern als Hingucker

05.06.2021

Sögel Die barocke Schloss­anlage Clemenswerth in Sögel ist ein beeindruckendes Kulturdenkmal mit einer weltweit einzigartigen Alleesternanlage (Jagdstern), die durch neun Pavillons aus rotem Backstein und Baumberger Sandstein acht Lindenalleen bezaubert. In der Zeit zwischen 1737 bis 1747 ließ der fünffache Bischof und Kurfürst Clemens August das Jagdschloss von seinem Münsteraner Architekten Johan Conrad Schlaun auf dem Hümmling erbauen.

Touristischer Leuchtturm

Heute gilt diese einmalige Anlage als touristischer Leuchtturm des Emslandes, weil sie ihren Besuchern ganzjährig ein reiches Kulturangebot zu bieten hat. Denn etwa 45 Kilometer vom Artland entfernt hat sich der Landkreis Emsland als Eigentümer hier ein wahres Highlight geschaffen.

Ein engagiertes Mitarbeiterteam betreut das Emslandmuseum, Ausstellungen im Forum-Form Clemenswerth, einen 42 Hektar großen Waldpark, einen barocken Klostergarten, eine Teich­anlage, einen Obstbaumgarten und zahlreiche attraktive Events, aus denen Interes­sierte in einem 36-seitigen Kalender auswählen können.

Auch das Museum ist ein lebendiger, spannender Ort, dessen innovative Bildungsarbeit schon mit diversen Preisen honoriert worden ist. Etwa 100 000 Besucher jährlich sind auf der Schlossanlage zu Gast (vor Corona), genießen spezielle Veranstaltungen wie das Fest der Sinne, den Kunstmarkt Park-Art, den Falknertag sowie Aktionen zum Advent und zu Ostern.

Liebhaber von Glas und Keramik können sowohl die 200 Objekte umfassende Glaskunst von Wolfgang Pohl bestaunen als auch historische Fayencen aus der Zeit des Fürstbischofs bewundern. Zum Service von Clemens August gehörten Terrinen in Form von Kohlköpfen, Fasanen, Enten, Gänsen und anderen Tierarten sowie mit Blumen bemalte Teller, Anrichteplatten, Saucieren und Vieles mehr. Damals feierte der Kurfürst mit seinen Jagdgästen üppige Festmahle, zu denen auch auserlesene Konfekte der Zuckerbäcker gereicht wurden.

Wie Gott in Frankreich

Nach einer zünftigen Parforcejagd zu Pferde (bis zu 500) ließen sich die Adligen kulinarische Leckereien der Schlossküche schmecken. Barocke Tapisserien und Seidentapeten der Chinoiserie zeigen ebenso wie die kostbaren Spiegel, Deckenkartuschen, Masken und Putten im Inneren, dass der Schlossherr wie „Gott in Frankreich“ gelebt hat.

Hinter der Schlosskapelle mit dem Kapuzinerkloster liegt ein sehenswerter, nach den Originalplänen rekonstruierter Klostergarten mit 250 Jahre alten, vier Meter hohen, in barocken Formen geschnittene Taxushecken. Im Alleensystem des Parks nimmt der Klostergarten einen wichtigen Platz ein, Sonnenuhren laden zum Verweilen ein, während der Spaziergang zum abgelegenen Endpunkt, zur „Gloriette“, dem Lust- und Gartenhäuschen des Kurfürsten führt.

Gebeine des Fructuosus

Absolut sehenswert ist die Kapelle des Kapuzinerklosters, die als „nördlichste bayrische Rokokokapelle“ bezeichnet und gern für Hochzeiten genutzt wird. Hier ruhen auch sichtbar die Gebeine des Heiligen Fructuosus. Das Deckenfresko wurde übrigens von dem italienischen Maler Vittorio Bigari ausgeführt und von 120 Stuckengeln gerahmt. Die Kapuzinerpatres residieren seit 1741 in einem mehrstöckigen Klostergebäude, das hinter der Schloss­kapelle erbaut wurde. Zu Schlauns bedeutendsten Raumschöpfungen zählt dieses sakrale Kleinod, nicht nur wegen seiner Wandmalereien und Stukkaturen im Rokokostil.

Besonders sehenswert sind hier das Deckenfresko, der Hochaltar, die Kanzel und die Fürstenloge. In der gesamten Anlage fasziniert das Emslandmuseum mit wertvollen Schausammlungen zur Geschichte des Schlosses, zur höfischen Wohnkultur, zur Jagd und zum jagdlichen Brauchtum im 18. Jahrhundert. Eine Wanderung durch die breite, von langen Doppelreihen alter Linden, Eichen und Buchen gesäumte Baumallee in Richtung Sögel erinnert an das naturnahe Lebensgefühl des Rokoko.

Spezielle Führungen für Senioren, Sehbehinderte, Erwachsene und Kinder machen mit der Geschichte und Lebensweise auf dem Schloss vertraut. Noch bis zum 20. Juni lädt Clemenswerth zu der Sonderausstellung „Künstlerdorf Nidden“ (Kurische Nehrung an der Ostsee) ein.

Besonderes Licht

Die Präsentation dem Mythos dieses bei Künstlern so beliebten Fischerdorfes nach, das mit seinen besonderen Lichtverhältnissen auch Berühmtheiten wie Lovis Corinth, Thomas Mann und Max Pechstein inspirierte. Bei Kriegsende 1945 wurden hier viele Kunstwerke von sow­jetischen Soldaten zerstört. Die Clemenswerther Präsentation zeigt Leihgaben des Hamburger Sammlers Bernd Schimpke und des Ostpreußischen Landesmuseums in Lüneburg.

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