Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Brustkrebsmonat Oktober Küsten-Pinkies paddeln dem Brustkrebs einfach davon

Die Küsten-Pinkies sind an Brustkrebs erkrankte Frauen, die mit ihrem Drachenboot sogar den Europameistertitel erpaddelt haben.

Die Küsten-Pinkies sind an Brustkrebs erkrankte Frauen, die mit ihrem Drachenboot sogar den Europameistertitel erpaddelt haben.

Küsten-Pinkies

Im Nordwesten - Die Diagnose Brustkrebs kann sowohl Frauen als auch Männer aus der Bahn werfen. Im Oktober widmen sich viele Vereine und Verbände dem Thema Brustkrebs unter dem Motto „Pinktober“. Denn jährlich erkranken immer noch 70.000 Frauen und etwa 650 Männer an dem Mammakarzinom. Aber es gilt, den Mut nicht zu verlieren und nach vorne zu sehen – und das gelingt auch durch den Sport.

27 Mitglieder im Alter zwischen 41 und 70 Jahren sind bei den Küsten-Pinkies in Wilhelmshaven aktiv. Die Paddler sind mit ihrem Drachenboot so erfolgreich, dass sie im September sogar Europameister auf 200 Meter in Italien geworden sind. „Wir wollen uns nicht über die Krankheit definieren, sondern über den Sport und das Gemeinschaftsgefühl“, sagt Yvonne Meyer. Sie selbst ist nicht an Brustkrebs erkrankt, hat aber vor vier Jahren alles daran gesetzt, eine Sportgruppe für an Brustkrebs Erkrankte ins Leben zu rufen. Sie kennt die Krankheit aus ihrem Bekanntenkreis.

Sport tut dem Körper gut

„Der Sport gibt uns so viel, er tut unserem Körper und der Seele gut“, sagt Anja Lämmel. Sie ist 53 Jahre alt und erhielt die Diagnose Brustkrebs zum ersten Mal im Alter von 38 Jahren. Vor zwei Jahren wurde erneut ein Karzinom bei der Neuenburgerin festgestellt. Es folgten die Entfernung der gesamten Brustdrüsen, ein Brustaufbau und eine Chemotherapie. „Ich wollte schnell wieder gesund werden, das Ziel Europameisterschaft Italien lag doch vor uns“, sagt Anja Lämmel. Sie ist durch den Freundeskreis Brustgesundheit mit Sitz in Westerstede zu den Küsten-Pinkies gekommen und sie ist seit Gründung dabei.

Trainerin Yvonne Meyer steht den Frauen nicht nur beim Sport zur Seite.

Trainerin Yvonne Meyer steht den Frauen nicht nur beim Sport zur Seite.

Inga Mennen
Anja Lämmel ist seit Beginn der Sportgruppe dabei. Sie ist bereits zweimal an Brustkrebs erkrankt.

Anja Lämmel ist seit Beginn der Sportgruppe dabei. Sie ist bereits zweimal an Brustkrebs erkrankt.

Privat

Alle eint das gleiche Schicksal

Yvonne Meyer hatte bei den regelmäßigen Infofrühstücken des Freundeskreises ihr Projekt Drachenboot vorgestellt. „Es fanden sich sofort zehn Frauen, die mitmachen wollten, sie sind bis heute dabei“, sagt die Trainerin. 22 Frauen sitzen an den Paddeln dazu gibt es eine Frau, die trommelnd den Takt angibt.

„Das Gefühl auf dem Wasser an der frischen Luft zu sein und sich zu betätigen, noch dazu mit Menschen, die das Schicksal mit einem teilen, ist unbeschreiblich schön“, sagt Anja Lämmel. Wer einmal im Boot gesessen hat, den lässt das Paddeln nicht mehr los. Die Frauen kommen aus dem gesamten Umland. Angeschlossen sind die Küsten-Pinkies, die kein eingetragener Verein sind, dem Wilhelmshavener Schwimm- und Sportverein. Durch Spenden ist es ihnen gelungen, ein großes Drachenboot und ein kleineres für die Wettkämpfe anzuschaffen. Mit dem sind sie im September auch nach Italien gefahren, um auf den 200 Metern Europameister zu werden.

Der Wettkampf spielt zwar eine Rolle, aber viel mehr die Gemeinschaft. „Das Schicksal und der Sport einen uns“, sagt Anja Lämmel. Die Frauen hätten ein Ziel: Sie wollen sich wohl fühlen und positiv in die Zukunft blicken – auch wenn die ein oder andere Teilnehmerin einen Rückschlag in Kauf nehmen muss.

Wöchentliches Training

„Das Thema Brustkrebs wird zwar besprochen, steht aber nicht im Fokus unserer Treffen“, so Yvonne Meyer. Jede Woche trainieren die Frauen auf dem Kanal in Wilhelmshaven. Auch Krafttraining gehört dazu. „Gerade nach den Brustoperationen ist dieser Sport toll für uns“, erklärt Anja Lämmel. Das Training stärke die Muskeln und den Oberkörper und führe zu einer besseren Durchblutung. „Vielen Frauen wurden auch die Lymphknoten entfernt. Durch das Paddeln kann die Lymphflüssigkeit gut abtransportiert werden“, sagt Yvonne Meyer. „Brustkrebs ist eine sehr harte Diagnose und die Zeit der Behandlung zehrt am Körper“, so Anja Lämmel. „Aber wir wollen gemeinsam positiv in die Zukunft blicken und dafür sitzen wir alle in einem Boot.“

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales
Themen
Artikelempfehlungen der Redaktion
Ins DLV–EM-Team berufen: Talea Prepens

LEICHTATHLETIK DLV nominiert Talea Prepens doch noch für EM

Steffen Szepanski
Cloppenburg
Ziel des Neugeborenenhörscreenings mit angeschlossenem Tracking ist es, schwerhörige Kinder möglichst innerhalb der ersten sechs Lebensmonate zu behandeln – beispielsweise mit einem Cochlea-Implantat.

OLDENBURGER HÖRZENTRUM FORDERT LANDESWEITE UNTERSUCHUNGEN Trotz Anspruchs – 86 Prozent der Babys werden nicht auf Schwerhörigkeit getestet

Anja Biewald
Oldenburg
Michaela Dirks ist Vorsitzende des Vereins Transplant-Kids in Wiesmoor.

TRANSPLANT-KIDS AUS WIESMOOR ÜBER ORGANSPENDEN In Deutschland gibt es im europäischen Vergleich nur wenige Organspender

Katrin Von Harten-Wübbena
Wiesmoor
Interview
Gilt als Kämpferin für Behindertenrechte: die Europa-Abgeordnete Katrin Langensiepen (Grüne) vor dem Werbeplakat „Ein Fest für Europa“ am Kröpke in Hannover

EUROPA-ABGEORDNETE KATRIN LANGENSIEPEN (GRÜNE) Sie kämpft in der EU für die Rechte der Menschen mit Behinderung

Stefan Idel Büro Hannover
Die Mitglieder vom BSV Kickers Emden stimmen am Donnerstagabend für die Ausgliederung der ersten Herren in eine GmbH.

BALLSPORT IN OSTFRIESLAND Mitglieder geben Grünes Licht für die Kickers-Emden-GmbH

Lars Möller
Emden