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NWZonline.de Ratgeber

Hobby: Eine spielerische Reise in die Vergangenheit

03.07.2021

Westerstede Spielzeug gibt es vermutlich, seit es Menschen gibt. Von primitiven ersten Formen wie Steine, Holzstücke, Knochen oder grobe Tonpuppen der frühen Steinzeit bis zu den hoch technisierten Geräten der Gegenwart – gespielt wird immer. Die ältesten bekannten Spielsachen sind mehr als 100 000 Jahre alt. Ganz so altes Spielzeug gibt es bei Erika und Horst Wagener in Westerstede nicht, ihre Exponate haben aber auch schon einige Jährchen „auf dem Buckel“.

Der frühere Einzelhandelskaufmann und die gelernte Drogerie- und Fotolaborantin haben sich vor rund 40 Jahren einer gemeinsamen Leidenschaft und Aufgabe gewidmet. Erika und Horst Wagener fingen damals an, ein Spielzeugmuseum in Westerstede aufzubauen. Heute sind sie beide 84 Jahre alt und mögen gar nicht so recht ans Aufhören denken.

Lebenslange Begleiter

Spielzeug begleitet den Menschen jahrelang. Einiges ein Leben lang. Manchmal ist es aber auch verschwunden. Einfach so. Bei Erika und Horst Wagener findet man es dann plötzlich wieder. Vielleicht nicht das Gleiche, aber ähnlich. Nicht in rot, aber in grün. Nicht aus Plastik, aber aus Blech. Im Ammerländer Spielzeugmuseum kommen die Erinnerungen schnell wieder. An eine bestimmte Puppe, einen bestimmten Teddy. Das kuschelige Plüschgesicht des Teddys wird auch heute noch von den Kindern geliebt. Und nicht nur von den Kindern.

Andere „Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke“ hatten da nicht so eine lange Lebensdauer: Der Spielzeugzeppelin mit dem Hakenkreuz zum Beispiel. Bei Wageners gibt es ihn noch. Vielleicht auch eine bestimmte Eisenbahn, oder war es eine Dampfmaschine, ein Metallbaukasten, eine Ritterburg?

Der Gang durchs Museum bietet dem Gast weit mehr als nur eine nostalgische Reise durch die Geschichte des Spielzeugs. Es gibt Bälle, Murmeln, Jo-Jos oder Holztiere zum Hinterherziehen. Diese frühen Spielsachen bestehen vor allem aus Holz und Ton. Das Museum bietet auch Ritter und Ritterspiele, das spricht meist die Männer an.

Viele Objekte ab 1900

Die hölzernen Krokodile und Löwen, die es bereits 200 vor  Christus in Ägypten mit beweglichem Unterkiefer gab, sind in Westerstede nicht zu finden. In dieser Zeit waren Puppen mit beweglichen Gliedmaßen aus Holz, Ton, Terrakotta, Knochen und Gips im gesamten antiken Mittelmeerraum bekannt. Die Objekte der Wageners stammen in der Regel aus der Zeit um 1900 und später.

„1996 gab es einen Moment, da wollte ich aussteigen“, sagt Horst Wagener. „Aber wir konnten uns von nichts trennen“, ergänzt Erika Wagener. Zu groß war die Liebe zu all den vielen Puppen, Puppenstuben, Bären, Kauf­mannsläden, Dampfmaschinen, Autos und anderen wertvollen Exponaten. Es fing an mit Puppen, dann kamen die Bären – beides ein unerschöpfliches Thema. Bei Horst Wagener war es sein Hausarzt, der ihm nach Herzbeschwerden zu einem Hobby riet. Also stieg auch er voll in die Materie ein. „Einmal sah ich, wie jemand einen alten Puppenwagen zum Osterfeuer transportierte“, sagt Wagener. Er konnte es kaum fassen, dass es „solche Menschen“ gibt und konnte den Mann überreden, ihm den Puppenwagen zu überlassen.

Bei Urlaubern beliebt

Die beiden wären glücklich. wenn ihre Tochter in das Geschäft mit einsteigen würde, um die Tradition zu übernehmen. „Aber die ist noch voll berufstätig“, sagt Petra Wagener, die vor Jahren aus Hagen in Westfalen ins Ammerland kam. „Ein großes Hotel in Westerstede verteilt freundlicherweise unseren Hausprospekt an die Gäste“, sagt sie dankbar.

Während der Corona-Pandemie war monatelang „tote Hose“. Ihr Klientel besteht aus älteren Menschen, die gern in der guten, alten Zeit schwelgen. Aber auch Schulklassen kommen, um sich die über 50 000 Exponate mit Be­geisterung anzuschauen und zu sehen, womit man gespielt hat, als es die Smartphones noch nicht gab. Auch Hausfrauenvereine und andere Gruppen kommen gern und wollen sich mal mit anderen Dingen beschäftigen. Und auch vom nahen Campingplatz kommen die Besucher mal rüber.

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Inzwischen sind drei Etagen mit altem Spielzeug „belegt“. Alles fein säuberlich in Vitrinen „verpackt“ oder auf dem Thematisch sortiert: Puppen, Bären, Technik, Puppenstuben, Bauernhäuser, Dampfmaschinen, Eisenbahnen, Blechspielzeug, Flugzeuge, Autos, Metallbaukästen und vieles, vieles mehr.

In der gemütlichen Atmosphäre des „Ammerländer Spielzeugmuseums“ erzählen Spielzeuge aus über einem Jahrhundert Geschichten und laden die Gäste ein, sich zu erinnern, zu staunen und ganz einfach eine glückliche Zeit zu erleben.

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