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NWZonline.de Ratgeber

Bildung: Wie der Haifisch an Land gekommen ist

01.07.2017

Bippen Anfang der 1970er Jahre förderten Bauarbeiter in Dalum in der Samtgemeinde Fürstenau (Landkreis Osnabrück) fossile Haifischzähne zu Tage. Das rief damals Archäologen, Paläontologen und Geologen auf den Plan. In die Rolle der Wissenschaftler können heute Besucher im Bildungszentrum Kuhlhoff in Bippen schlüpfen und an der Siebstation uralte Zähne von Sandhaien in Bippener Erde entdecken.

Virtuelle Zeitreise

Die Zeitreise bis zu 40 Millionen Jahre zurück beginnt an Bord der „Unlimited“. Unter der Regie des Diplom-Biologen Alfons-Julius Bruns lernen die Besucher im Hai-Unterwasserlabor an sechs Stationen das Leben der urzeitlichen Haie kennen. Die Besucher arbeiten interaktiv an Bildschirmen und Tablets, studieren Anatomie, Raub- und Bewegungsverhalten der Haie in virtuellen Aquarien. Auf einem Forscherpassbogen tragen sie ihre Erkenntnisse ein. Nur mit dem richtigen Lösungswort kann die Zeitreise zurück in die Gegenwart angetreten werden.

In der Siebstation herrscht derweil Goldgräber-Stimmung: Hochkonzentriert beugen sich Kinder und Erwachsene über ihre entdeckten Schätze aus der Urzeit, als Haifische noch in der Bippener Nordsee lebten. Fasziniert betrachten sie die Fundstücke und lauschen gespannt den Erklärungen des Hobbypaläontologen Horst Felker. Der Ankumer vermittelt sein Wissen rund um die Raubfische mit Empathie und Kompetenz.

Die ersten Exponate hat er vor vielen Jahren nicht nur sprichwörtlich unter die Lupe genommen, sondern per Stereolupe (auf der Stirn) selbst kleinste Bruchstücke und mikrokleine Haifisch-Zähne studiert, um eine vollständige Befund-Dokumentation des regionalen Global-Geoparks zu erzielen. Viele Fossilien aus seiner Haizahn-Sammlung hat er als Exponate für das Haitec-Zentrum zur Verfügung gestellt.

Im Eozän (Zeitabschnitt im Alttertiär) vor 50 Millionen Jahren verlief in der Region Bippen die Küstenlinie der Urnordsee, in der damals bis zu fünf Meter lange Sandhaie lebten. Von ihnen stammen die aktuellen Zahnfunde. „Zu der Zeit waren die Saurier schon ausgestorben“, erklärt Felker.

Nachwachsende Zähne

In der Wasch- und Siebstation wurden auch Überreste von Landsäugetieren wie Zahnkronen eines Urpferdes, Rippenknochen von Seekühen, Überreste von Fischen und der Zahn eines Meeresreptils gefunden. „Das Alter dieser Exponate ist für uns kaum vorstellbar, weil wir hauptsächlich in Generationen denken“, sagt der Hobby-Paläontologe.

Zusammen mit seiner Frau Elisabeth, einer gebürtigen Nordenhamerin, betreut Horst Felker von Mai bis Oktober die Besucher der Siebstation. Mit Feuereifer und messerscharfen Augen pieken sie per Pinzette die kleinsten Auffälligkeiten aus dem Kiessand. Anschließend erklärt das Ehepaar die verschiedenen Funde und präsentiert die Originalgebisse heutiger Haiarten wie den Makohai, den Katzenhai und den Grauhai. Sie alle beeindrucken vor allem durch ihr sogenanntes mehrreihiges „Revolvergebiss“, dessen Zähne immer wieder nachwachsen und sich nach vorne schieben. Immer wieder fasziniert sind die jungen Besucher vom 16 Zentimeter großen Zahn eines Megalodons, einer 20 Meter langer Haiart, die vor 15 Millionen Jahren gelebt hat.

280 Tonnen Erde stehen Besuchergruppen in den nächsten 20 Jahren für Siebarbeiten zur Verfügung. Man darf also gespannt sein, welche Funde die kleinen und großen Forscher noch machen werden.

„Haitec in der Urzeit“im Bildungszentrum Kuhlhoff (Berger Straße 89 in Bippen wurde im Mai 2015 eröffnet. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück und der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert. Das Bildungsangebot empfiehlt sich vor allem für Schüler der 4. bis 7. Jahrgangsstufen.

Öffnungszeiten:dienstags bis freitags 9–12 Uhr. Gruppenführungen nach telefonischer Absprache (Telefon  05435/91 00 11).


     www.lernenaufdemlande.de 
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