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NWZonline.de Ratgeber Recht

Kindergeld für Volljährige?

16.07.2019


Die Richter hatten dort über einen Fall zu entscheiden, in dem ein Kind aufgrund einer Erkrankung arbeitsunfähig geworden war und deshalb seine Ausbildung abbrechen musste. Auf eine Nachfrage der Familienkasse hatte das Kind schriftlich mitgeteilt, dass es nach Beendigung seiner Erkrankung schnellstmöglich (wieder) eine Ausbildung aufnehmen wolle.

Trotzdem war die Familienkasse der Meinung, dass die Mutter des Kindes für den Zeitraum zwischen der erzwungenen Beendigung der Ausbildung und dem Eingang des Schreibens des Kindes zu Unrecht Kindergeld erhalten habe: Für diesen Zeitraum bestehe kein Kindergeldanspruch, weil die Erklärung des Kindes nur für die Zukunft wirke, meinten die Mitarbeiter der Kindergeldstelle, und verlangten, dass die Mutter das ausgezahlte Kindergeld zurückzahlen müsse.

Das FG Düsseldorf unterstützte die Auffassung der Mutter und entschied, dass diese das Kindergeld behalten dürfe, dieses also zu Recht gezahlt worden sei. Das Kind sei ja in dem betreffenden Zeitraum ausbildungswillig gewesen, was durch die Erklärung des Kindes hinreichend nachgewiesen worden sei. Und diese Erklärung habe auch für den Zeitraum vor dem Eingang bei der Familienkasse Bedeutung.

Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig – die Familienkasse hat vor dem BFH Revision eingelegt (FG Düsseldorf, Urteil vom 26.04.2019, Az. 7 K 1093/18; BFH-Az.: III R 35/19).

Im Gegensatz zu minderjährigen Kindern, für die die Familienkasse das Kindergeld bis zum 18. Geburtstag ohne jede Bedingung zahlt, gilt es für volljährige Kinder einige Bedingungen zu erfüllen, um weiterhin Anspruch auf Kindergeld zu haben. Kindergeld wird grundsätzlich höchstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt. Das Kindergeld wurde zum 1. Juli 2019 erhöht: für das erste und zweite Kind werden 204 Euro, für das dritte 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro gezahlt.

Ob ein volljähriges Kind Anspruch auf Kindergeldzahlung hat, wird nicht mehr durch das Einkommen entschieden, sondern über den Ausbildungsstatus.

Zwischen dem Schulabschluss und einer anschließenden Berufsausbildung besteht weiterhin Kindergeldanspruch, jedoch nur für einen Zeitraum über vier Monate. Diese Übergangsregelung gilt für die Zeit zwischen Schulabschluss und

Ausbildung

Studium

Freiwilligendienst

Praktikum mit fachlichem Bezug zum angestrebten Beruf

Auch ein Kind, das ausbildungssuchend ist und gegenwärtig in keinem Ausbildungsverhältnis steht, hat im Alter zwischen 18 und 25 Anspruch auf Kindergeld: jedoch nur, wenn es aufgrund von Erfolglosigkeit keine Ausbildung zum ehesten Zeitpunkt antreten kann. Vorausgesetzt wird hier, dass das Kind sich ernsthaft um eine Ausbildungsstelle bemüht hat. Die Erfolglosigkeit muss nachweisbar sein; dies kann beispielsweise durch das Vorlegen der erfolgten Bewerbungen geschehen.

Achtung: Wollen Ihr Sohn oder Ihre Tochter nach der Schule eine größere Reise unternehmen, als Au-pair im Ausland arbeiten oder an einem Work-and-Travel-Programm teilnehmen, entfällt der Anspruch auf Kindergeld. Allerdings: Sobald die Voraussetzungen, etwa durch Ausbildungs- oder Studienbeginn, wieder erfüllt sind, können Eltern auch wieder Kindergeld beantragen.

Wenn das Kind bei der Bundesagentur für Arbeit oder beim Jobcenter als arbeitssuchend registriert ist, hat es bis zu seinem 21. Geburtstag Anspruch auf Kindergeld.

Egal welchen beruflichen Weg das Kind einschlägt: Werden Dienst, Berufsausbildung oder Studium nicht angetreten/begonnen, erlischt der Kindergeldanspruch.


Mehr Informationen unter   www.steuertipps.de 
Mehr Informationen beispielsweise unter: und unter   www.kindergeld.org  oder   www.arbeitsagentur.de  oder   www.finanztip.de/kindergeld 
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