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Grünlandtag der LWK Niedersachsen So entstehen weniger Treibhausgase in der Landwirtschaft

Oldenburg/Hannover - Ansgar Lasar kam direkt zum Punkt: „Wir kommen immer erst dann, wenn wir den Brand löschen müssen und kümmern uns vorher nicht um den Brandschutz“, mit diesen Worten begann der Klimabeauftragte der Landwirtschaftskammer Niedersachsen seinen Vortrag vor rund 380 Landwirten beim 1. Digitalen Grünlandtag der Kammer am Donnerstag. Er bezog sich mit diesem Vergleich auf die Diskussion zur Reduktion von Treibhausgasen in der Landwirtschaft. Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass der Brand nicht selten „von Unwissenden gelegt“ worden sei.

Landwirtschaft muss aktiv informieren

Lasar erklärte daraufhin, was er meint und gab eine Handlungsempfehlung ab. „Die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft sind in Niedersachsen seit 1990 unverändert – heute wird bei gleicher Emissionsmenge jedoch mehr produziert und es werden sieben Milliarden Kilowattstunden Strom in Biogasanlagen erzeugt“, berichtete der Experte. Beim Blick auf die Emissionen kommen die Landwirte also zunächst schlecht weg. Jemand, der nur diesen Fakt kennt, könnte die Landwirte dafür nun kritisieren und den „Brand legen“. „Die Landwirtschaft ist deswegen gefordert, das Thema proaktiv anzugehen und die Menschen zu informieren“, betonte Lasar.

Um Emissionen zu reduzieren, müsse an jedem Betrieb einzeln geprüft werden, wo Einsparpotenzial besteht. Dafür erstellt der Experte gemeinsam mit den Landwirten seit 2015 Klimabilanzen für die Betriebe und erörtert mit den Landwirten konkrete Ziele zur Emissionsreduzierung. Dies kann zum Beispiel sein, nur noch Ökostrom zu nutzen. In die Bilanz werde alles eingerechnet: „Wir dürfen nichts schönrechnen. Das Schöne ist: Die Betriebe sehen bereits jetzt gut bei den Klimabilanzen aus“, machte Lasar den Landwirten Mut.

Lesen Sie auch: Erstellung einer Klimabilanz eines Hofes in der Gemeinde Wardenburg

Effiziente Nutzung von Dünger

Lasar war der dritte und letzte Redner, den Anfang machte Prof. Dr. Heinz Flessa vom Thünen-Institut für Agrarklimaschutz in Braunschweig. Auch er betonte, dass es keine Pauschallösungen geben kann: „Wir haben Bodenproben in ganz Deutschland genommen und untersucht, die Böden sind sehr unterschiedlich.“


Im Zentrum der Bemühungen zur Treibhausgasreduktion sollte seiner Meinung nach die effiziente Wiederverwertung von Dünger stehen, der im Vorfeld bereits so wirkungsvoll wie möglich genutzt wurde. Wirkungsvoll wäre auch, weniger Tiere zu halten, aber nur unter einer Bedingung: „Der Verbraucher muss mitziehen. Denn wenn die Nachfrage gleichbleibt, wird die Produktion nur ins Ausland verlagert und die Treibhausgase entstehen dort.“

Andere Pflanzen anbauen

Auf zukünftige Wetterphänomene und damit verbundene Herausforderungen für die Landwirtschaft blickte Ingenieur Reinhard Resch, der aus Österreich zugeschaltet war. Er hat sich mit Pflanzen zum Futtermittelanbau beschäftigt und festgestellt, dass beispielsweise Rohrschwingel und Grünroggen besser mit Hitzewellen zurechtkommen als Mais. Der Grund dafür liege in größeren Wurzeln, die zumeist auch tiefer in den Boden ragen. „Wir müssen unsere Pflanzenbestände anpassen und auch Kriterien wie Trockenheit-Toleranz berücksichtigen“, forderte Resch. Er regte an, zur Verbesserung der Toleranz auch über gentechnische Veränderungen bei den Pflanzen nachzudenken.

Nils Coordes
Nils Coordes Online-Redaktion
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