Aurich - Im Auricher Stadtgebiet soll ein 30 Hektar großer Freiland-Solarpark entstehen, der in seiner geplanten Größe im Landkreis Aurich bisher ohne Beispiel ist. Ab 2022 könnte er in den Gemarkungen Walle und Extum sowie auf Südbrookmerlander Flächen in Betrieb gehen. Investoren sind die Wallster Landwirte Jann-Heiko und Karsten Samuels, die in Walle im Laufe der Zeit ein Zentrum erneuerbarer Energien aufgebaut haben. „Damit lassen sich 24 Tonnen Kohlendioxid im Jahr einsparen“, sagte Jann-Heiko Samuels. „Wenn wir den Planeten retten wollen, müssen wir etwas tun“, betonte er.

Vater und Sohn Samuels stellten die Pläne für den XXL-Solarpark am Mittwoch im Ortsrat Walle vor, wo das Projekt quer durch die Fraktionen begrüßt wurde. Eine Empfehlung wurde an die weiterführen Ausschüsse im Auricher Stadtrat gerichtet. Auch der benachbarte Ortsrat Extum/Haxtum muss sich noch entsprechend positionieren.

Der erzeugte Strom soll auf dem freien Markt an der Börse verkauft werden. Dafür soll unter der Firmierung „Auricher Grünstrom“ ein Unternehmen gegründet werden, sagte Jann-Heiko Samuels. „Grünstrom wird gebraucht und nachgefragt. Darauf gründet sich unser Wohlstand.“

Der Park könnte 20 000 Menschen mit Strom versorgen, also etwa die Hälfte der Auricher Einwohner. Bereits seit 15 Jahren erzeugen sie mit einem weitaus kleineren Solarpark auf ihren Feldern in Walle Strom. Erneuerbare Energien liefern die Wallster außerdem bereits über eine Biogasanlage und zwei Windkraftanlagen. Angrenzen soll der Solarpark an die bestehende Fläche, die bereits 2006 auf zwei Hektar in Betrieb ging.

Samuels hält erneuerbare Energien als Ersatz für Atom und Kohle für sehr wichtig. Das Unternehmen wolle damit ein wichtiges Signal für den Klimaschutz setzen, sagte Jann-Heiko Samuels. Und auch die Anwohner müssten keine Nachteile fürchten. Solaranlagen verursachten beispielsweise keinen Lärm oder auch Schlagschatten, wie bei Windkraftanlagen der Fall.


Doch gegen das Projekt gibt es auch Protest. Anwohner fürchten eine zu große Fläche an Acker- und Weideflächen versiegelt. Das habe möglicherweise Auswirkungen auf die Tierwelt.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich