Aurich - Die Auricher Politik will prüfen, ob Spielplätze im Stadtgebiet bei Bedarf einfach in Bolzplätze umgewandelt werden dürfen. Ein Konzept soll entwickelt werden. Insgesamt gibt es 96 Spielplätze im Stadtgebiet und den Dörfern. Diese sind durch die Stadtverwaltung bereits erfasst und auf einer Karte dargestellt. „Wir sind innerstädtisch gut aufgestellt“, erklärte die Verwaltung.

Der Auricher Sozialausschuss will sich dafür mit Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos), den Jugendlichen und Nachbarn einen Spielplatz in der Thüringer Straße genauer anschauen. Dort hatten mehrere Jugendliche darum gebeten, die Spielgeräte abzubauen, damit sie Fußballspielen können (wir berichteten). Doch noch gibt es für den Spielplatz am Eschener Gehölz Begehrlichkeiten. Dort wird von den Eltern ein Klettergerüst oder „würdiger Ersatz“ gewünscht. Der Antrag wurde mit vielen Unterschriften ergänzt.

Die Jugendlichen hatten den Bürgermeister deshalb angeschrieben. Am Montag stellten Thorben Stoll und Gustav Hüffmeier die Pläne im Ortsrat Kernstadt vor. Ratsherr Richard Rokicki (AWG) begleitet die Jugendlichen.

Das Engagement der Jugendlichen wurde gelobt, von einem Lehrstück in Sachen Basisdemokratie war die Rede. Werner Kranz (GfA) wünschte sich mehr solche Beispiele für demokratische Initiativen: „Wäre schön, wenn wir mehr davon hätten“, sagte Kranz, der sich jedoch in solchen Fällen eine deutliche Entbürokratisierung wünschte.

Doch so einfach ist das nicht, machte Bürgermeister Feddermann schon im Ortsrat deutlich. Würden die Spielgeräte für einen Bolzplatz abgebaut, müsste der Bebauungsplan wegen der Nutzungsänderung langwierig geändert werden. Auch wenn nur Tore aufgestellt werden. Feddermann schlug deshalb vor, nur einen Teil der Spielgeräte abzubauen, um Platz zum Bolzen zu schaffen.


Doch was im Ortsrat einfach klang, sah auf der nächsten politischen Entscheidungsebene, im Sozialausschuss des Stadtrates, etwas anders aus.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich