Aurich - Ein Solarpark soll auf 30 Hektar auf Weideflächen im Extumer Moor bei Aurich entstehen. Bei der Vorstellung des Projektes das unter der Firmierung „Auricher Grünstrom“ ans Netz gehen soll, sahen sich die Investoren Jann-Heiko und Karsten Samuels am Mittwochabend jedoch auch Kritik ausgesetzt. Gespräche zwischen den Anwohnern und dem Investor wurden vereinbart. „Ich stehe jederzeit zu Gesprächen zur Verfügung“, sagte Samuels. „Es wäre schade, wenn es im Vorfeld kaputtgeredet wird.“
Anwohner befürchten einen massiven Eingriff in die Natur und eine uralte Kulturlandschaft mit Wiesen und Äckern, die nach der Urbarmachung der Moore im Jahr 1765 entstanden. An vielen Stellen in Walle und Extum machen die Kritiker ihrem Unmut mit gelb-roten Plakaten Luft. Wilhelm Heyen, Landwirt im Ruhestand, und direkter Anwohner Ralph Kruse waren bei der Vorstellung der Pläne dabei. „Ich wohne da. Wenn ich aus dem Fenster schaue, blicke ich auf die Solarplatten“, sagte Kruse im Ausschuss. Er war extra wegen der Landschaft ins Extumer Moor gezogen.
Wilhelm Heyen ist ebenfalls skeptisch, sagte er auf Nachfrage dieser Zeitung, weil damit nicht nur der freie Blick auf die Natur getrübt werde, sondern auch Wildtiere vergrämt oder verletzt werden könnten, weil sie mit den Solarplatten nicht leben könnten. Heyen hat den Investoren deshalb jede Kooperation verweigert, als diese auf der Suche nach weiteren Flächen waren. Heyen bepflanzte mit Hilfe der Umweltlotterie Bingo-Lotto inzwischen aus Protest sogar eine Wiese inmitten des geplanten Solarfeldes.
Jann-Heiko Samuels ging auf die Kritik ein. „Wir haben Willis Fläche nicht eingeplant“, sagte er. Sicherlich gebe es den einen oder anderen Vogel, der sich nicht wohl fühle“, aber die Solar-Paneele böten auch Rückzugsmöglichkeiten für Wildtiere. „Die Durchlässigkeit von Hasen und anderen Tieren ist gegeben“, betonte er.
Die Wiese unter den Paneelen werde von einem Mähroboter kurzgehalten. „Der wird mit Grünstrom betrieben und ist damit binnen einer Woche durch“, sagte Samuels.
