Delmenhorst - Ein Verkehrs-Chaos rund um das mit 60 000 Lichtern geschmückte Weihnachtshaus in Delmenhorst hat dazu geführt, dass es mit der Weihnachtsstimmung am Sonntag schnell vorbei war. Bürger riefen gegen 19.10 Uhr die Polizei, weil zu viele Autos in der Sackgasse parkten. Die Beamten rückten an, in Absprache mit den Besitzern des Hauses wurde die Beleuchtung abgeschaltet.

„Die Enttäuschung war groß, aber wir konnten das Problem nicht anders in den Griff bekommen“, sagt Hausbesitzer Sven Borchart. Auch in den nächsten Tagen wird er die Beleuchtung abschalten, falls sich die Autofahrer nicht an die Regeln halten.

Denn die vielen Leute waren nicht das Problem, das bestätigt auch die Polizei: „Wir haben keine Verstöße gegen die Corona-Verordnung ahnden müssen“, sagt Sprecherin Lorena Lemke. Die Polizei werde dort nun vermehrt Streife fahren. „Von der viel befahrenen Dwo-Straße aus kann die Brechtstraße eingesehen werden“, betont Lemke. Eine Extra-Kontrolleinheit werde jedoch nicht abgestellt. Sie geht davon aus, dass die Leute Verständnis für das Abschalten der Beleuchtung hatten. Von Zwischenfällen oder Beschwerden haben die Polizistinnen und Polizisten, die am Sonntagabend im Einsatz waren, nicht berichtet.

Zunächst plant Borchart jedoch, die Beleuchtung weiterhin an jedem Tag von 16 bis 21 Uhr einzuschalten. „Der erste Advent und Nikolaus waren immer unsere Haupttage“, sagt er. Nikolaus fällt auf den kommenden Sonntag. Borchart appelliert: „Die Leute sollten das, was es in diesem Jahr gibt, zu schätzen wissen.“ Wenn es so ablaufe, wie am Sonntag, würden sich die Leute dies nur selbst kaputt machen: „Wir haben im Vorfeld Gespräche mit der Stadt Delmenhorst geführt und auch die Stadt war froh, dass etwas weihnachtliches aufgebaut wird“, sagt Borchart. Er und seine Familien möchten anderen mit der Deko eine Freude machen.

Die Polizei vermutet auch, dass es aufgrund des Fehlens von Weihnachtsmärkten zum erhöhten Besucheraufkommen kam. Gemeinsam mit der Stadt Delmenhorst werden sie die Situation rund um das Weihnachtshaus weiter im Blick behalten.


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Nils Coordes
Nils Coordes Online-Redaktion