BERGEN-BELSEN - BERGEN-BELSEN/DPA - Rund 700 Gäste haben an den Gedenkfeiern zum 62. Jahrestag der Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen am Sonntag teilgenommen. Ursprünglich wollte der frühere Erzbischof von Paris, Jean-Marie Lustiger, einen Gedenkstein für seine im KZ verstorbenen Angehörigen enthüllen. Aus Gesundheitsgründen konnte der Kardinal jedoch kurzfristig nicht teilnehmen. Er ließ seine Rede durch einen Vertreter vorlesen.
Kultusminister Bernd Busemann (CDU) stellte die Wichtigkeit der Namensforschung der KZ-Häftlinge und die Errichtung des „Ortes der Namen“ heraus. Auch in Kardinal Lustigers Rede wurde dieser als ein „maßgebendes Zeichen für die Menschheitsgeschichte“ bezeichnet. Von den etwa 120 000 Häftlingen, die zwischen 1943 und 1945 in Bergen-Belsen waren, wurden etwa die Hälfte der Namen ermittelt.
Michael Fürst, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, kritisierte auf der Veranstaltung die Trauerrede von Baden-Württembergs CDU-Ministerpräsident Günter Oettinger für seinen Amtsvorgänger Hans Filbinger.
