BERLIN - Die Staatsanwaltschaft Hannover beschäftigt sich jetzt auch mit der ehemaligen Frau des früheren Bundespräsidenten Christian Wulff. Geprüft werde die strafrechtliche Relevanz der Beschäftigung von Wulffs Ex-Frau Christiane beim Wirtschaftsprüfer Pricewaterhouse-Coopers (PwC), teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft diesen Sachverhalt auf seine strafrechtliche Relevanz, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Hans-Jürgen Lendeckel.
Nach der Scheidung des Ehepaares wurde Christiane Wulff Ende 2008 bei der Osnabrücker Rechtsanwaltskanzlei Schindhelm angestellt, ohne dass sie für die Kanzlei tätig wurde. Diese Konstruktion begründete PwC-Chef Norbert Winkeljohann in der Welt am Sonntag damit, dass die Anstellung keine mediale Aufmerksamkeit hervorrufen sollte: Um nicht Gegenstand der Berichterstattung zu werden, erfolgte die Anstellung durch Schindhelm. Die Arbeit von Frau Wulff fiel ausschließlich bei PwC an. Es handele sich aber nicht um ein Scheinarbeitsverhältnis.
PwC ist in Niedersachsen für die Prüfung der Vergabe von Bürgschaften zuständig und hatte auch die Zusage für eine Landesbürgschaft an Groenewold im Jahr 2006 überprüft. Ob diese Zusammenhänge Teil der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind, wollte Lendeckel nicht sagen.
Winkeljohann, der wie Wulff aus Osnabrück stammt, hatte die Anstellung der Juristin dem Bericht zufolge eingefädelt, nachdem diese bei ihrer Jobsuche in Kontakt mit ihm getreten war. Die Osnabrücker Kanzlei Schindhelm hatte demnach früher zu PwC gehört.
Zunächst hatte der Stern berichtet, dass die Prüffirma die Juristin auf Umwegen mehrere Jahre lang beschäftigt habe. Seit dem 1. März ist Christiane Wulff dem Bericht der Sonntagszeitung zufolge direkt bei PwC angestellt.
In der Frankfurter PwC-Zentrale heißt es inzwischen laut Welt-online: Im Nachhinein wäre eine Direktanstellung sachgerechter gewesen.
