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Kirche Verlässlichkeit gehört zum Profil

Osnabrück - Er ist keiner, der sich ständig in die erste Reihe drängt, keiner der auf die schnelle Schlagzeile aus ist, kein Medienstar. Franz-Josef Bode, der am Dienstag, 16. Februar, seinen 70. Geburtstag feiert, und mit 25 Jahren der am längsten in Deutschland amtierende Diözesanbischof ist, steht eher für Bodenständigkeit und Verlässlichkeit – und für ein klares theologisches Profil, das nicht die Augen verschließt vor den Herausforderungen, denen sich die katholische Kirche derzeit gegenüber sieht.

Der Journalist und Historiker Christof Haverkamp nennt ihn einen „behutsamen Reformer“. So heißt auch das Buch, das Haverkamp anlässlich der verschiedenen Jubiläumstermine über Bode geschrieben hat und das inzwischen in einer zweiten Auflage gedruckt wurde.

Mit 44 jüngster Bischof

Der Autor schildert den Lebensweg des Kirchenmannes, der im Umland der ostwestfälischen Stadt Paderborn aufgewachsen ist, dann in Paderborn und Regensburg Theologie studierte – unter anderem bei Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI.

Die kirchliche Wirklichkeit an der Basis lernte der junge Theologe zunächst als Priester im Sauerland kennen, bevor er dann 1991 in Paderborn zum Weihbischof und 1995 zum Bischof von Osnabrück ernannt wurde. Damals war der heutige stellvertretende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz mit 44 Jahren Deutschlands jüngster Bischof.

Ökumene und Seelsorge liegen ihm besonders am Herzen, aber auch zu anderen Herausforderungen hat er klar Stellung bezogen.


Besonders eindrucksvoll seine Reaktion auf den kirchlichen Missbrauchsskandal, als er 2010 am Abend des ersten Adventssonntags im Osnabrücker Dom ein öffentliches Schuldbekenntnis ablegte und sich als Zeichen der Demut flach auf den Steinboden legte. „Populistisches Theater“ nennen es seine Gegner, während die Mehrheit mit großem Respekt reagierte. Und auch heute noch dringt Bode auf Transparenz und Aufklärung in dieser schwierigen Frage.

Auch anderen komplizierten Themen verschließt sich Bode nicht. In der Zölibatsfrage vertritt er die Ansicht, dass es neben hauptberuflichen Geistlichen im Zölibat auch verheiratete Priester im Nebenberuf geben könne. Und Weiheämter für Frauen wünscht er sich ebenfalls für die Zukunft der Kirche. Mit solchen Positionen eckt man natürlich an, muss auch Widerspruch und zum Teil heftige Kritik aushalten. Das gelingt dem meist gelassenen Kirchenmann und er übersteht auch ein persönliches Krisenjahr mit erheblichen Rückenproblemen.

Humor nicht verloren

Bei alledem hat Bischof Bode auch den Humor nicht verloren. Dies zeigt eine Episode, die es weder ins Buch noch in die medialen Schlagzeilen geschafft hat. Vor Unternehmern in Georgsmarienhütte erläuterte Bode den erstaunten Zuhörern, warum das Schiff Kirche nicht untergehen könne: „Es wird von so vielen Nieten zusammengehalten.“

Jürgen Westerhoff
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