Bissendorf - Beim Zusammenstoß mit einem Regionalzug ist der Fahrer eines Straßenreinigungsfahrzeugs bei Osnabrück lebensgefährlich verletzt worden. Mindestens zehn der etwa 150 Zuginsassen wurden nach Polizeiangaben am Freitagvormittag leicht verletzt. Der Zugführer erlitt einen Schock und musste von einem Notfallseelsorger betreut werden.
Der Unfall ereignete sich auf einem Bahnübergang, den der Fahrer des Reinigungswagens nach nicht rechtzeitig verlassen konnte, nachdem sich die Halbschranken schlossen - warum ihm das nicht gelang, ist bisher unklar.
Nach dem Unfall wurde die Zugstrecke in beide Richtungen über Stunden gesperrt. Nach Angaben der Bahn wurden auch die Oberleitungen beschädigt. Der Fernverkehr aus Hannover nach Osnabrück wurde über Hamm umgeleitet. Die Aufräum- und Instandsetzungsarbeiten an der Unglücksstelle sollen bis mindestens Samstagfrüh andauern.
Der Unfall ereignete sich an einem Bahnübergang in Bissendorf unweit der Stadtgrenze zu Osnabrück. Der Fahrer des Reinigungsfahrzeuges war nach Angaben der Polizei mit der Reinigung einer Ölspur auf der Straße beschäftigt. Der 54-Jährige bewegte sich sehr langsam über den Bahnübergang, als der Regionalzug der Eurobahn auf dem Weg von Bielefeld ins niederländische Hengelo auf dem halbseitig beschrankten Bahnübergang in den Lastwagen fuhr.
Der Zug schob den Lkw ungefähr 150 Meter vor sich her. Der Reinigungswagen wurde zwischen dem Zug und einer Lärmschutzwand eingeklemmt. Der Fahrer konnte sich über das Dach seines Wagens noch selbst befreien, er wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. NDR 1 Niedersachsen berichtete unter Verweis auf Zuggäste, dass der Lokführer mehrfach ein Warnsignal gegeben und mit einer Notbremsung noch versucht habe, den Zug zu stoppen.
Einem Bericht der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zufolge war auch eine Gruppe kanadischer Schüler im Zug, die auf dem Weg nach Münster zu einer Stadtbesichtigung war. Eine der Schülerinnen erlitt eine Platzwunde am Kopf. Das Rote Kreuz kümmerte sich um die Reisenden und baute Zelte auf, in denen die Menschen medizinisch sowie mit Essen und Getränken versorgt wurden. Sieben Fahrgäste wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht, drei wurden am Unfallort behandelt.
Zwischen Osnabrück-Hauptbahnhof und dem Bahnhof Wissingen setzte die Eurobahn einen Bus ein. Zwischen Osnabrück und Hengelo sowie zwischen Bielefeld und Wissingen verkehrten Ersatzzüge.
