Hildesheim - Während deutsche Bischöfe und der Vatikan um einen liberaleren Kurs beim Streitthema geschiedener und neu verheirateter Katholiken ringen, ist dieser im Bistum Hildesheim seit 25 Jahren Praxis. Ohne viel Aufhebens und trotz anfänglicher Kritik aus Rom hat das norddeutsche Bistum an seinem den Menschen zugewandten Kurs festgehalten. Auch wenn es um die Rolle der Frau in der Kirche, die Einbindung von Laien oder die Ökumene geht, gibt sich das mitten im protestantischen Kernland liegende Bistum pragmatisch und scheut moderne Schritte nicht.
Die Hildesheimer Regelung beinhaltet ein Gespräch eines Geistlichen mit dem Gläubigen. Der legt daraufhin in einer Gewissensentscheidung fest, ob er sich weiter als Teil der kirchlichen Gemeinschaft sieht. „Es gab auch Menschen, die nach dem Gespräch sagten: Der Schatten des Scheiterns lastet auf mir, ich werde bewusst nicht zur Kommunion gehen“, sagt der Domkapitular Adolf Pohner. Andere hätten für sich entschieden: „Ich möchte jetzt mit Gottes Segen meine zweite Ehe leben und mir über die Kommunion eine Stärkung holen.“
