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Naturschutz Im Nordwesten Europäische Auster kehrt in die Nordsee zurück

Borkum - Die europäische Auster kehrt zurück in die Nordsee. Das gibt das Bundesamt für Naturschutz (BfN) in einer Pressemitteilung bekannt. Gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) wurde europaweit zum ersten Mal im offenen Meer ein Austernriff angelegt.

„Wir haben trotz der Herausforderungen der Offshore-Bedingungen weit draußen mit Wind, Wellen und größeren Wassertiefen planmäßig Austernriffflächen mit jungen Austern unter Wasser im Borkum Riffgrund aufbauen können“, betont Projektleiterin Dr. Bernadette Pogoda vom AWI. „Das ist ein großer Erfolg und könnte schon in wenigen Jahren durch die großflächige Umsetzung dieser Meeresnaturschutzmaßnahme zu wichtigen ökologischen Effekten führen“, hofft sie.

Denn die Austern seien wichtig für das ökologische Gesamtgefüge der Nordsee: „Sie können nicht nur große Wassermengen filtrieren, sondern auch Riffe bilden. Solche biogenen, also von Lebewesen aufgebauten Riffe, sind in der Nordsee heute sehr selten. Sie weisen eine besonders hohe biologische Vielfalt auf und haben damit eine große Bedeutung für den Meeresnaturschutz“, erklärt BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel.

Langfristiges Projekt

Vor einer Woche vergewisserten sich Taucher, dass die ausgesetzten Austern noch vor Ort sind und nicht von Sand überlagert oder von Krebsen gefressen wurden. Im Mai 2021 wird kontrolliert, ob und wie sie sich vermehrt haben. Zudem sollen weitere Exemplare ausgesetzt werden. „Ziel ist es, in dem Gebiet einen ökologisch wertvollen Zustand wiederherzustellen“, sagt Pogoda. Dies werde Jahrzehnte dauern. Das aus Bundesmitteln geförderte Projekt „Restore“ läuft bis 2025. Dem 500 Quadratmeter großen Pilotriff vor Borkum waren jahrelange Feldversuche vor Helgoland vorausgegangen.

Seit 1930 gilt die europäische Auster, die in der Nordsee beheimatet ist, bis auf wenige Einzelfunde als ausgestorben. Die Gründe dafür liegen laut BfN in der Überfischung der Nordsee sowie weitere menschliche Einflüsse.


Die Ansiedlung ist aufwendig und wird mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert: Tauchteams müssen in 30 Metern Tiefe die Austern auf Kalksteinen oder Sandsteinblöcken ausbringen. Aufgezogen wurden die Austern auf einer Zuchtstation auf Helgoland.

Wichtig für Ökosystem

Das BfN betont weiterhin, dass die Austernriffe wertvolle Funktionen für das Ökosystem haben und einzigartige Lebensräume bieten. Zudem erhöht sie die Biodiversität, bieten Nahrung, Schutz, Siedlungssubstrat, Laichgrund und Kinderstube für Fischarten und verbessern die Wasserqualität.

In den kommenden Jahren solle die Entwicklung der angelegten Austernriffe in der Nordsee untersucht werden, heißt es weiter.

Nils Coordes
Nils Coordes Online-Redaktion
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