Im Nordwesten - Jährlich erkranken 70 000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Der Oktober ist Brustkrebsmonat: Viele Vereine und Verbände nehmen sich des Themas an und informieren über diese Krankheit. Der Krebsinformationsdienst geht davon aus, dass jede achte Frau im Laufe ihres Lebens einen bösartigen Tumor in der Brust bekommt.

Vor 21 Jahren wurde das deutschlandweite Screening-Programm eingeführt. Seither ist die Sterblichkeitsrate stetig gesunken. Dennoch sterben in Deutschland jedes Jahr noch 18 000 Frauen in Folge eines Brusttumors. Aber 87 Prozent aller Frauen, bei denen Brustkrebs diagnostiziert wurde, sind nach fünf Jahren noch am Leben.

Karin Garlichs von der Gesundheitsregion im Landkreis Wittmund, der programmverantwortliche Arzt Dr. Gerold Hecht und Birgit Kampen-Neumann vom Mammographie-Screening Niedersachsen-Nordwest werben für die Vorsorge.

BRUSTKREBSMONAT OKTOBER Kleiner Tumor – Große Heilungschancen

Inga Mennen
Im Nordwesten

„Einen großen Anteil an dem Rückgang der Sterblichkeit hat die Früherkennung“, sagt Dr. Gerold Hecht. Er ist programmverantwortlicher Arzt für das Mammographie-Screening Niedersachsen Nordwest mit dem Zentrum in Wittmund. Pro Jahr werden in den Landkreisen Friesland, Wittmund, Leer, Aurich, in Teilen des Ammerlandes sowie der Wesermarsch und in den Städten Emden und Wilhelmshaven 36 000 Frauen zur Früherkennung eingeladen. Das Mammographie-Screening Niedersachsen Mitte deckt die Landkreise Oldenburg, Cloppenburg, Vechta, Nienburg und Diepholz ab. Dort wurden im vergangenen Jahr 60 000 Frauen eingeladen.

„Angeschrieben werden alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre“, erklärt der Radiologe Hecht. Viele Frauen auch aus den Landfrauenverbänden und Selbsthilfegruppen haben sich politisch für eine Ausweitung dieser Grenze eingesetzt: Ab dem 1. Juli nächsten Jahres haben Frauen bis zum Alter von 75 Jahren Anspruch auf diese kostenlose Vorsorge.

2001 riefen die Krankenkassen das Pilotprojekt Mammographie-Screening ins Leben. Modellregionen waren Bremen, Wiesbaden und Wittmund für den Bereich Weser-Ems. „Vorher gab es keine Reihenuntersuchung“, so Dr. Hecht. Damals wurden für den Bereich Nordwest 25 000 Frauen zur Mammographie eingeladen. Zwei Drittel nahmen daran teil, wie Hecht berichtet. Das sei auch heute noch so. „Die Früherkennung hat viel gebracht, denn so können bereits kleine Tumore ab einer Größe von zehn Millimetern erkannt werden“, sagt der Mediziner. Das habe die Heilungschancen enorm verbessert. In Wittmund startete damals das erste Mammobil – eine „mobile Mammographie-Einheit“. „Das war von Vorteil vor allem in der Fläche“, sagt Hecht. Das Büro Nordwest betreibt heute drei Mammobile. In Niedersachsen gibt es 19 rollende Screening-Mobile.

Inga Mennen
Inga Mennen Thementeam Soziales