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NWZonline.de Region

Bürger verteidigen Andacht vor rechter Szene

18.03.2013

Kirchweyhe Bei Trauerkundgebungen haben mehr als 2000 Menschen in Kirchweyhe eines zu Tode geprügelten Streitschlichters gedacht. Gleichzeitig setzten sie in der Gemeinde bei Bremen am Wochenende ein Zeichen gegen den Versuch der rechten Szene, das Verbrechen ausländerfeindlich zu instrumentalisieren.

Das 25 Jahre alte Opfer hatte am vergangenen Wochenende versucht, einen Streit zu schlichten und war daraufhin angegriffen worden. Am Donnerstag starb er an seinen Verletzungen. Ein 20 Jahre alter Mann mit türkischem Migrationshintergrund sitzt seither wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

„Die Tat offenbart eine Brutalität, die unerträglich ist“, sagte Bürgermeister Frank Lemmermann (SPD) bei der ersten Mahnwache am Sonnabendvormittag. Am Tatort am Bahnhof der Gemeinde mit rund 30.000 Einwohnern hatten sich rund 1500 Menschen versammelt. Ein großes Polizeiaufgebot schützte die Veranstaltung, weil eine rechte Gruppierungen zuvor vergeblich versucht hatte, eine Versammlung für den Nachmittag in dem Ort im Landkreis Diepholz anzumelden.

Trotz der strengen Polizeikontrollen mischten sich nachmittags einige Rechtsextreme unter die rund 700 Männer und Frauen, die erneut zum Tatort gekommen waren. Etliche Anreisende aus der Szene wurden bereits an Kontrollstellen im Ort abgewiesen. Die Polizei sprach 89 Platzverweise aus, zwei Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Eine Polizistin erlitt beim Einsatz von Pfefferspray leichte Verletzungen.

Für Sonntag hatte die NPD eine Kundgebung in Kirchweyhe angemeldet, die von der Gemeinde ebenfalls verboten wurde. Lemmermann hatte die Einwohner aufgerufen, sich am Sonntag erneut am Tatort zu versammeln. Am Mittag füllte sich der Bahnhofsplatz wieder mit rund 300 Frauen und Männern. Diesmal blieben Rechtsradikale fern.

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