Im Nordwesten - Bürgermeisterwahlen in 27 Kommunen und vier Landratswahlen: Das hat am Sonntag, aber auch am Montag für die eine oder andere Überraschung im Oldenburger Land gesorgt. Ein Überblick:

 Landkreis Friesland:

Nach der starken Schlappe am Wahlsonntag zieht der Bürgermeister von Wangerooge Konsequenzen: Holger Kohls (parteilos) will nicht zu einer Stichwahl antreten. „Um mein Selbstwertgefühl zu schützen“, begründet er in einer Stellungnahme am Montag. Er hatte rund 22 Prozent der Stimmen erhalten – etwa vierzig Prozent weniger als vor acht Jahren. Damit wird die Stichwahl nur mit Dirk Lindner stattfinden, der am Sonntag 36 Prozent der Stimmen erhalten hat. In Varel hingegen wird es noch spannend. Hier tritt Amtsinhaber Gerd-Christian Wagner (SPD) gegen den Kämmerer Rainer Rädicker (parteilos) in einer Stichwahl an.

 Delmenhorst:

Eine herbe Niederlage musste auch der amtierende Oberbürgermeister in der Stadt an der Delme hinnehmen. Patrick de La Lanne (parteilos) erhielt nur 17,2 Prozent der Stimmen. Am Montag hielt sich de La Lanne bedeckt, was seine berufliche Zukunft angeht. „Ich kann Rechtsanwalt werden“, sagte der Jurist.


 Landkreis Wesermarsch: Dass in der eher konservativen Nordseebädergemeinde Butjadingen erstmalig eine Frau und zudem ein Mitglied der Grünen den Chefsessel im Burhaver Rathaus erobert, ist eine weitere Überraschung des Wahlsonntags. Die 59-jährige Ina Korter aus Nordenham, seit elf Jahren niedersächsische Landtagsabgeordnete der Grünen, gewann als Einzelbewerberin die Bürgermeisterwahl mit 51,8 Prozent gleich im ersten Wahlgang. Ina Korter beerbt am 1. November den parteilosen Amtsinhaber Rolf Blumenberg, der nach 15 Jahren nicht wieder kandidierte. Die künftige Butjadinger Bürgermeisterin gibt ihr Landtagsmandat auf. Nachrückerin ist Regina Asendorf aus der Region Hannover.

 Landkreis Cloppenburg: Eine Schlappe musste in der CDU-Hochburg Friesoythe Hildegard Kuhlen (CDU, Thüle) einstecken. Sie erhielt in der Stadt Friesoythe 36,65 Prozent der Stimmen und musste sich dem SPD/Grünen-Kandidaten Sven Stratmann geschlagen geben. Der erreichte 39,4 Prozent der Stimmen.

Einer der großen Sieger des Abends war Johann Wimberg. Der CDU-Landratskandidat konnte mehr als 70 Prozent der Stimmen erringen und landete somit einen klaren Sieg vor seinen Konkurrenten Detlef Kolde (SPD; 24 Prozent) und Clemens Poppe (FDP, 5,9).

Mit 601 Stimmen Vorsprung gegenüber seinem Mitbewerber Stefan Riesenbeck (SPD) rettete sich Dr. Wolfgang Wiese (CDU) in eine dritte Amtszeit im Cloppenburger Rathaus. Er verlor fast elf Prozent gegenüber 2006.

Das Ende ist auch für den SPD-Mann Thomas Städtler gekommen, der zwei Wahlen in der CDU-Hochburg Löningen gewonnen hatte. Am Sonntag unterlag er nun seinem CDU-Herausforderer Marcus Willen knapp.

Landkreis Vechta:

In Vechta kam das Ende der 13-jährigen Ära von Heinrich Moormann (parteilos) als Bürgermeister deutlich. Der Herausforderer Frank Bittner (parteilos) erreichte 69,7 Prozent der Stimmen.

Landkreis Oldenburg: Eine weitere Besonderheit gibt es im Landkreis Oldenburg. Hier wird es die meisten Stichwahlen geben. In Wildeshausen trifft am 15. Juni die von CDU, SPD, FDP, Grünen und Linken unterstützte Sabine de Buhr- Deichsel auf Jens Kuraschinski (UWG). In Harpstedt gehen Herwig Wöbse (CDU) und Klaus Budzin (SPD) in die Stichwahl. In Hude treffen Holger Lebedinzew (parteilos, unterstützt von allen Ratsfraktionen) und Uta Rose (parteilos) aufeinander. In Hatten lautet das Duell: Christian Pundt (parteilos) gegen Jörg Skatulla (parteilos).

 Landkreis Ammerland:

Besonders knapp wurde es auch in Bad Zwischenahn: Der Sieg von Arno Schilling (SPD) mit 119 Stimmen Vorsprung und 50,5 Prozent war der knappste bei den Direktwahlen im Oldenburger Land.