Friesland/Wilhelmshaven - Für das Klinikum Wilhelmshaven und die Friesland Kliniken mit den Häusern in Sande und Varel kann nur eine enge Kooperation mit einem gemeinsamen Klinik-Neubau an der Stadt- bzw. Kreisgrenze der Weg in die medizinische Versorgung der Zukunft sein. Das fordern die CDU-Fraktionen aus Wilhelmshaven und Friesland. In einer gemeinsamen Erklärung haben die Kreisvorsitzenden Olaf Werner (Wilhelmshaven) und Christel Bartelmei (Friesland) sowie als Mitglieder der jeweiligen Aufsichtsräte Axel Homfeldt (Friesland Kliniken) und Uwe Heinemann (Klinikum Wilhelmshaven) und CDU-Landtagsabgeordnete Katharina Jensen ihre Forderung nach einem gemeinsamen Klinikum unter anderem mit den hohen Verlustsituationen in beiden Häusern und mit dem demographischen Wandel begründet.
Ganz neuer Ansatz
Rings um Wilhelmshaven entstehen in der Krankenhauslandschaft in Georgsheil (Kreis Aurich), im Ammerland und in Oldenburg neue Maximalversorger. Der Klinik-Neubau in Georgsheil soll die Kliniken in Aurich, Norden und Emden ersetzen und wird perspektivisch sicher auch viele Patienten aus dem Kreis Wittmund aufnehmen. „Wenn man kommunale Häuser in Friesland und Wilhelmshaven weiterhin halten will, führt nur ein gemeinsamer Weg zum Erfolg“, ist Wilhelmshavens CDU-Fraktionschef Heinemann überzeugt. Er will den Neubau in Wilhelmshaven am liebsten nicht fortführen, sondern den Baustopp nutzen, um den Weg zu ebnen für einen ganz neuen Ansatz: ein gemeinsames Klinikum.
Seit das Niedersächsische Krankenhausgesetz verabschiedet worden ist, ist klar, dass weniger Planbetten und mehr ambulante Behandlungen das erklärte Ziel sind. Die CDU will mit ihrem Vorstoß das bestehende Angebot so umbauen, dass die Bürger der Region auch in Zukunft so gut es geht medizinisch versorgt sind, so Axel Homfeldt. Auch ein neues gemeinsames Krankenhaus soll ein kommunal geführtes Klinikum bleiben.
Die Standortfrage
Welche medizinischen Leistungen in der Region darstellbar sind und auch das betriebswirtschaftliche Konzept seien Fragen, die noch beantwortet werden müssen. Ebenso die Frage nach einem geeigneten und verkehrsgünstig gelegenen Standort für ein neues Klinikum – möglicherweise in der Nähe des Autobahnkreuzes Wilhelmshaven.
Im Sozialministerium in Hannover hatte man schon vor einigen Wochen, als in Jevers Kreishaus das Zukunftskonzept für die Friesland Kliniken präsentiert worden war, mehr Kooperation mit den Nachbarn aus Wilhelmshaven erwartet. Gebe es eine politische Mehrheit für die Idee, würde Planung und Bau rund acht Jahre dauern, das neue Klinikum frühesten Anfang der 2030er Jahre stehen. Bis dahin würde auch weiter in die bestehenden Häuser investiert.
