Delmenhorst - In einem neueren, in den 90er Jahren gebauten Gebäudeteil des ehemaligen St.-Josef-Stifts an der Westerstraße ist am Freitagmittag ein Feuer ausgebrochen. Der Brandherd befand sich nach Angaben von Polizeisprecher Henrik Hackmann im Dachstuhl des Gebäudes. Was genau das Feuer auslöste, ist zurzeit noch nicht bekannt. Glück im Unglück: Patienten hätten sich nicht in dem Gebäudeteil befunden, wohl aber einige Mitarbeiter des Krankenhauses im ambulanten Bereich im Erd- und im Kellergeschoss des Gebäudes. Sie hätten das Gebäude jedoch rechtzeitig verlassen können.

Offene Flammen schlugen aus dem Dachstuhl, eine Rauchsäule zog von dem brennenden Gebäude über den Delmenhorster Bahnhof hinweg, als die ersten Einheiten der Feuerwehr kurz vor 14 Uhr am Brandort eintrafen. Zahlreiche Schaulustige säumten das Gelände. Die Polizei sperrte das Gelände und die umliegenden Straßen weiträumig ab. Mit mehreren Spritzen und Drehleitern bekämpften die Wehrleute den Brand von außen, während Kollegen unter Atemschutz das Gebäudeinnere nach Personen absuchten und womöglich explosive Gasflaschen aus dem Gebäude brachten. Erschwert wurde diese Arbeit durch eine eingebrochene Zwischendecke. Zwei Stunden nach Brandausbruch schlugen noch immer Flammen aus dem Dachstuhl.

Nach und nach trafen weitere Feuerwehren am Brandort ein. Die Berufsfeuerwehr Bremen rückte mit zwei Drehleitern an. Ein weiteres Drehleiterfahrzeug kam aus dem Landkreis, so dass schließlich fünf Drehleitern zur Verfügung standen. Einheiten aus Hude. Bookholzberg, Schierbrok und Ganderkesee waren vor Ort, während die Feuerwehr Diepholz auf der Feuerwehrwache Rudolf-Königer-Straße den Grundschutz für die Stadt sicherstellte.

Für die Feuerwehrfahrzeuge wurde ein Teil des Zentralomnibusbahnhofs vor dem Bahnhof abgesperrt, die Busse wurden auf die Nordseite des Bahnhofs umgeleitet

Laut Einsatzleiter Roland Friesen waren insgesamt 160 Feuerwehrleute im Einsatz. Es sei ein Glücksfall gewesen, dass das ehemalige Josef-Stift wegen des bevorstehenden Um- und Ausbaus leerstünde, der Krankenhausbetrieb zurzeit komplett im ehemaligen Klinikum Deichhorst stattfinde. „Bei einer Belegung wäre eine Evakuierung notwendig gewesen“, sagte Friesen, der auf die im Notfall für die Feuerwehren problematische enge Bebauung rund um das Krankenhaus hinwies. Laut Friesen werden sich die Löscharbeiten noch bis in den späten Abend hinziehen.

Weder die Polizei noch die Feuerwehr wollten sich auf Spekulationen zur Schadenshöhe einlassen. Der Einsatzleiter wies jedoch darauf hin, dass auch der rückwärtige OP-Teil, neuester Gebäudeteil des Komplexes, durch Wasserschäden betroffen sei. „Von ,steril‘ wird man da nicht mehr sprechen können“, so Friesen, der von einer langen Zeit der Nicht-Nutzbarkeit ausgeht.


Josef-Hospital-Geschäftsführer Thomas Breidenbach vermochte am Freitag nicht zu beurteilen, inwieweit der Brand den Zeitplan für den Aus- und Umbau beeinträchtigt. Er werde sich gemeinsam mit einem Architekten am Montag ein Bild machen.