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NWZonline.de Region

Dicke Luft im Segelrevier Wattenmeer

21.06.2017

Horumersiel /Oldenburg Dicke Luft im Segelrevier Wattenmeer: Ein Teil der Wassersportler fühlt sich von der Nationalparkverwaltung gegängelt. Denn in einigen Zonen, die jetzt noch zu befahren sind, sollen Boote künftig nicht mehr erlaubt sein.

Längst geht es nicht mehr nur um die Frage, was für die sensible Natur wohl die beste Lösung wäre. „Wir sind von der Nationalparkverwaltung übel getäuscht worden“, klagt Theo Kruse, Sprecher des Fachverbandes Segeln im Kreissportbund Friesland. Was Kruse damit meint?

Der Streit dreht sich um die sogenannte Befahrensverordnung. Die regelt, wer wann und wo mit seinem Schiff im Wattenmeer fahren darf. Das Bundesverkehrsministerium erlässt diese Verordnung. Bei Hochwasser gilt das gesamte Wattenmeer nämlich als Bundeswasserstraße. Bei Niedrigwasser, wenn Watt und Sandbänke trocken fallen, dient es als Nahrungsplatz für Vögel sowie als Ruheplatz für Robben, die nicht gestört werden dürfen.

Bisher galt: In einigen Zonen waren Schiffe jetzt schon nicht erlaubt, in anderen Gebieten war das Fahren drei Stunden vor bis drei Stunden nach dem mittleren Tidehochwasser erlaubt.

Diese Befahrensverordnung soll nun geändert werden. So soll etwa die sogenannte Drei-Stunden-Regel entfallen. Einige Zonen wären dann ganz gesperrt. In anderen wäre es dann aber erlaubt, sich trocken fallen zu lassen – was bisher noch verboten ist.

Entsprechende Vorschläge dazu haben die Länder Niedersachsen und Schleswig-Holstein beim Bundesverkehrsministerium eingereicht. Vorschläge, über die die Segler laut Kruse nunmehr nur noch informiert werden würden. Versprochen sei jedoch gewesen, mit der Verwaltung über die Vorschläge inhaltlich zu diskutieren. „Von Beteiligung oder gar Einflussnahme ist nicht mehr die Rede“, so Kruse.

Man fühle sich mehr und mehr aus dem Wattenmeer ausgesperrt. Die Entscheidung der neuen Verordnung sei über die Köpfe der Wassersportler hinweg getroffen worden, so Kruse.

Die Nationalparkverwaltung hält dagegen. Von Nichtbeteiligung könne keine Rede sein, sagt Richard Czeck, zuständig für die Befahrensverordnung, auf Anfrage der NWZ. Im Gegenteil: Es habe sechs Gesprächsrunden gegeben, um über die Inhalte der neuen Befahrensverordnung zu diskutieren.

Dabei seien auch alle relevanten Wassersportverbände beteiligt gewesen. Die absolute Mehrzahl der Verbände sei mit der gemeinsam getroffenen Regelung einverstanden. So etwa auch der größte Seglerverband, der Deutsche Seglerverband.

„Uns liegt nicht daran, jemanden aus dem Wattenmeer auszusperren“, sagt Czeck. Der Zuschnitt der jetzigen Schutzzonen stamme jedoch von 1986. „Das Wattenmeer verändert sich andauernd“, erklärt Czeck. Nur logisch, dass die besonders schutzwürdigen Zonen ebenfalls vom Zuschnitt geändert werden müssten.

Noch sei jedoch überhaupt nichts entschieden, sagt Czeck. Die Nationalparkverwaltung mache dem Bundesverkehrsministerium nur Vorschläge über die neue Verordnung. „Es kann sein, dass der Verkehrsminister ganz andere Ideen hat als wir.“

Tobias Schwerdtfeger Leitung / Regionalredaktion
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